Osterforde/Friedrichsfeld - Noch ist es eine rein hypothetische Annahme. Doch die Vertreter des Kampfmittelräumdienstes und der Gemeinde Bockhorn sowie der Stadt Varel als Gefahrenabwehrbehörde spielten am Freitag schon einmal den schlimmsten Fall durch: Werden bei der Kampfmittelsuche auf dem einstigen Militärflugplatz und ehemaligen Standortübungsplatz der Bundeswehr Friedrichsfeld tatsächlich Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, würde bei einer Bergung der Munition möglicherweise Osterforde evakuiert werden.

„Dann müssten wir im Radius von 1000 Metern um die Fundstelle herum ein Sperrgebiet einrichten“, sagte Sprengmeister Michael Tillschneider. Derzeit laufen die Sondierungen, die noch vor Weihnachten abgeschlossen sein werden. Gefunden wurde dabei bislang nichts.

Ob die Anwohner tatsächlich ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen, hänge von der Fundstelle ab. Liegt sie in unmittelbarer Nähe des Ortes Osterforde, wären weite Teile betroffen. Liegt die vermutete Bombe weiter im Inneren oder gar auf der anderen Seite des weitläufigen Areals, muss bei einer Bergung möglicherweise gar nicht evakuiert werden.

Im Zweiten Weltkrieg fielen nach Angaben von Michael Tillschneider rund 1000 schwere Bomben auf Friedrichsfeld. „Zehn Prozent davon sind in der Regel Blindgänger“, so der Experte. Das wären also 100 noch nicht explodierte Sprengkörper. „Ob noch alle da sind, ist momentan nicht zu klären“, sagte der Sprengmeister. Viele der angenommenen 450-Kilo-Bomben könnten auch bereits in den Jahren nach dem Krieg entfernt worden sein.