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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Tod Vorm Gratkorntunnel: Ostfriesen sterben bei tragischem Unfall

09.08.2015

Rhauderfehn /Barßel /Hannover /Gratkorn Rhauderfehn trauert. Mehr als 250 Jugendliche, ihre Eltern, Freunde und Angehörige haben am späten Sonnabend in der evangelischen Hoffnungskirche in einer Andacht vier verunglückter Betreuer einer kirchlichen Jugendfreizeit gedacht. Drei von ihnen starben in der Nacht zum Freitag in Österreich bei einem Unfall in ihrem Begleitfahrzeug. Ein Betreuer kämpft in einem Krankenhaus in Graz um sein Leben. Sie waren auf der Rückreise von Kroatien nach Ostfriesland.

„Sie wurden in einem Augenblick von der Freude in den Tod gerissen“, sagt der sichtlich erschütterte Superintendent Gerd Bohlen in der Andacht in der voll besetzen Kirche. „In solch einer Situation braucht einer den anderen. Allein hält man das nicht aus - und man braucht den Beistand von Gott.“ Für die verunglückten zwei Frauen und zwei Männer werden Kerzen auf dem Altar entzündet. Nach der Feier nehmen die Jugendlichen auf ihre Art Abschied: Auf großen Papierbögen schreiben sie ihre Gedanken auf, zünden kleine Kerzen an und stellen sie vor dem Altar auf den Boden.

Schon lange vor der Andacht hatten sich viele Jugendliche auf dem Platz vor der Kirche getroffen und in kleinen Gruppen leise unterhalten. Sie alle kennen die Verunglückten, mit denen sie zahlreiche Freizeiten des evangelisch-lutherischen Kirchenkreisjugenddienstes unternommen haben. Viele können ihre Tränen nicht zurückhalten, nehmen sich gegenseitig in den Arm. Zahlreiche Notfallseelsorger und Pastoren sind aus den Nachbargemeinden gekommen, um mit den Jugendlichen zu reden, zu schweigen oder zu weinen. Unter ihnen ist auch Regionalbischof Detlef Klahr aus Emden.

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Die Menschen im ganzen Ort seien fassungslos, sagt Bohlen. „Am wenigstens begreifen es die Teammitglieder und Jugendlichen, die sich am Donnerstagnachmittag fröhlich in Kroatien auf den Weg gemacht haben, um die Rückfahrt in die Heimat anzutreten.“ Es sei „eine Trauer, wie sie die Jugendlichen sicher so noch nicht erlebt haben.“

Das Unglück ereignete sich in der Nähe von Graz. Der Bulli mit den Betreuern sei auf einen Lkw aufgefahren, der an einem Tunnel vor einer roten Ampel angehalten hatte, berichtet Bohlen. Die Opfer sind nach Angaben der Polizeiinspektion Leer/Emden eine 45-jährige Frau aus Barßel, eine 61-Jährige aus Ostrhauderfehn sowie ein 22-Jähriger aus Westoverledingen. Sie alle erlagen nach den Angaben noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Der Schwerverletzte ist ein 24-jähriger Mann ebenfalls aus Westoverledingen - ein Notarztwagen brachte ihn ins Landeskrankenhaus Graz. Aufgrund des schweren Unfalls wurde die A9 in Fahrtrichtung Linz mehrere Stunden gesperrt.

Nach Aussage des Einsatzleiters des Roten Kreuzes dürfte schlecht gesichertes Gepäck die Frauen erschlagen haben. Die komplette Vorderfront des roten VW-Busses wurde beim Aufprall zertrümmert.

Die Helfer hatten vom 25. Juli bis zum 7. August eine Jugendfreizeit in Kroatien begleitet. Der Bus mit den 38 Teilnehmern und Teilnehmerinnen im Alter von 14 bis 16 Jahren und weiteren sechs Helfern sei bereits am Freitagnachmittag wohlbehalten zurückgekehrt.

Am Freitagabend gegen 18 Uhr habe sich die Polizei beim ihm gemeldet, weil das Unfallfahrzeug auf den Kirchenkreis zugelassen ist, sagt der Superintendent Gerd Bohlen. Nachdem die Familien informiert waren, habe sich die traurige Nachricht in Windeseile herumgesprochen. Viele junge Menschen seien spontan zur Kirche gekommen um zu reden und zu beten. Erst nach Mitternacht seien die letzten nach einer improvisierten Andacht nach Hause gegangen.

Die Verunglückten seien erfahrene Freizeitbetreuer gewesen, sagt Bohlen. Eine der Frauen sei erst im letzten Augenblick dazugekommen, um das Helferteam auf der Reise zu unterstützen.

Auch der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sprach der Gruppe, den Angehörigen und weiteren Betroffenen sein Beileid aus. Ihm falle es schwer, Worte zu finden angesichts dessen, was passiert ist. „Unsere Trauer und Fassungslosigkeit haben Raum bei Gott. Ihm vertrauen wir die Verstorbenen an. Meine Gedanken und Gebete sind bei dem schwer verletzten Mitarbeiter und seinen Angehörigen und den Familien und Freunden der Verstorbenen.“

Ab diesem Montag bemühen sich die örtlichen Bestatter um die Überführung der Toten. Ob es eine gemeinsame Trauerfeier geben wird, stand am Sonntag noch nicht fest.

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