Oldenburger Land - Mit Hochdruck arbeiten Ermittler von Polizei und Landeskriminalamt daran, den Panzerknackern das Handwerk zu legen. Doch selbst nach einer filmreifen Flucht mit tödlichem Ausgang im März bei Meppen (Emsland) reißt die Serie von Geldautomaten-Sprengungen nicht ab. Jetzt ist in der Nacht zu Freitag wieder ein Geldautomat der Oldenburgischen Landesbank (OLB), diesmal an der Nadorster Straße in Oldenburg, Ziel eines Anschlages geworden. Laut OLB flohen die Täter ohne Beute, der Sachschaden indes ist enorm.

Grafik: Geldautomaten-Sprengungen im Nordwesten

Bei der aktuellen Tat in Oldenburg handelt es sich nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) um den 13. Fall in Niedersachsen in diesem Jahr. Im Vorjahr registrierte das LKA laut Sprecher Frank Federau insgesamt 28 Fälle. Anlass für das LKA, im Dezember vorigen Jahres eine Sonderkommission zu gründen.

Das 15-köpfige Team hat inzwischen drei Tätergruppen ausgemacht: In erster Linie niederländische Banden, die es nach der Installation erfolgreicher Abwehrsysteme ihrer heimischen Geldinstitute nun auf deutsche Banken abgesehen haben. Federau spricht gegenüber der NWZ  von „200 bis 250 Tätern in unterschiedlicher personeller Besetzung“. An zweiter Stelle seien polnische Tätergruppen zu sehen und an dritter Position „Nachahmungstäter aus dem regionalen Bereich“.

Federau rät den Banken, Vorkehrungen zu treffen. Schließlich seien die Geldautomaten-Sprengungen in den Niederlanden drastisch zurück gegangen. Ein OLB-Sprecher bekräftigt, dass weitere technische Abwehrsysteme geprüft würden. Experten sehen explodierende Farbbeutel zur Markierung der Scheine aus gesprengten Geldautomaten indes nicht als Königsweg, da es einen regelrechten Schwarzmarkt für gefärbte Scheine gebe und diese im wahrsten Sinne gewaschen würden.