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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Patient fordert 277.470 Euro von Psychiatrie

10.02.2017

Wilhelmshaven /Oldenburg Mit schweren Vorwürfen gegen das städtische Krankenhaus Wilhelmshaven muss sich an diesem Freitag das Landgericht Oldenburg beschäftigen. Ein Patient aus Bremen soll in der Psychiatrie des damaligen Reinhard-Nieter-Krankenhauses so fehlerhaft behandelt worden sein, dass er nun einen Gesamtschadensbetrag von 277 470 Euro gegenüber dem Krankenhaus und dem Chefarzt der Psychiatrie, Prof. Dr. Here Folkerts, geltend macht.

Der heute 66-jährige privat versicherte Patient war im Jahr 2008 in das Wilhelmshavener Krankenhaus gekommen, nachdem er zuvor nach einer seelischen Krise offenbar zu stark mit Medikamenten behandelt worden war. Ziel sei es gewesen, die starken Mittel unter ärztlicher Kontrolle langsam abzusetzen, um so eine Entgiftung des belasteten Körpers zu erreichen.

Tatsächlich, so der Vorwurf, sei aber das Gegenteil geschehen. Dem Wilhelmshavener Chefarzt wird vorgeworfen, er habe nach einem oberflächlichen 15-Minuten-Gespräch eine „schwere wahnhafte Depression“ diagnostiziert und sei dagegen mit absolut unangemessenen Methoden vorgegangen.

In dem Zusammenhang habe er die Lebensgefährtin des Patienten genötigt, eine zustimmende Unterschrift zu leisten, weil die Behandlung ansonsten nicht von der Krankenkasse bezahlt würde.

Insgesamt habe man den Patienten in vier Monaten 28 Elektroschock-Behandlungen unterzogen und ihn zusätzlich mit Medikamenten behandelt, die laut Herstellerangaben nicht im Zusammenhang mit einer Elektrokrampf-Therapie gegeben werden sollten.

Die Dosierung der Mittel sei teilweise über der vom Hersteller angegebenen Höchstmenge gewesen. Für die angerichteten Schäden fordert der Patient nun nicht nur ein angemessenes Schmerzensgeld, sondern auch einen Ausgleich des entstandenen Verdienstausfalls – alles in allem 277 470 Euro.

Das Krankenhaus weist die Vorwürfe zurück und vertritt den Standpunkt, dass es eine sachgerechte Behandlung gegeben habe. Vor dem Landgericht Oldenburg werden nun Gutachter das Wort haben. Nach den Worten eines Sprecher des Landgerichts ist nicht mit einer schnellen Entscheidung in dem Fall zu rechnen.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
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