Heerenborg - Weil Werner Bodeit in einem Rasthäuschen in Heerenborg übernachtete, gab es Ärger. Denn die Gemeinde Westoverledingen fand, dies sei kein geeignetes Quartier für die Übernachtung im Winter und sprach vergangene Woche einen Platzverweis gegen den Obdachlosen aus. Die Situation hat sich nun geändert – Werner Bodeit darf vorerst doch dort bleiben.

„Wir haben am Freitagnachmittag noch einmal mit Herrn Bodeit über die Situation gesprochen. Er darf vorerst dort bleiben“, sagte Bürgermeister Theo Douwes. „Den Platzverweis haben wir aufgehoben, weil er uns glaubhaft versichern konnte, dass er dort aufgrund seiner Vorkehrungen nicht erfrieren kann und zudem die Nachbarschaft ihre Hilfe während seines Aufenthaltes angeboten hat.“

Das Schicksal von Werner Bodeit und dem angekündigten Platzverweis hatte im sozialen Netzwerk Facebook massive Kritik am Verhalten der Gemeinde ausgelöst. Dabei wurde auch Theo Douwes persönlich kritisiert.

„Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich mich in meiner Aufgabe als Bürgermeister nicht zu einzelnen Themen in den öffentlichen Diskussionen eines sozialen Netzwerkes äußere“, sagte Douwes. Er macht in diesem Fall aber eine Ausnahme: „Die Situation eines Obdachlosen ist aus gemeindlicher Sicht weitaus komplexer, als es der Zeitungsbericht vermuten lässt. Letztendlich wäre es mir lieb, Herr Bodeit würde für die Frostzeit eine Obdachlosenunterkunft aufsuchen, statt bei deutlichen Minustemperaturen in einer Holzhütte zu übernachten“, sagte Douwes.

Werner Bodeit hatte es abgelehnt, in eine Obdachlosenunterkunft zu ziehen. Als Grund führte er seine fünf Hunde an. Für die sei kein Platz in einer Unterkunft. Bodeit zieht das Rasthäuschen vor – und darf nun vorerst mit Genehmigung der Gemeinde dort weiter wohnen. Darüber freue er sich, sagte der 54-Jährige. Der Ordnungsamtsleiter habe ihm bei seinem Besuch erklärt, die Gemeinde habe nur Sorge, dass er erfriere. Eine andere Unterkunft habe man ihm aber nie angeboten, so Werner Bodeit.