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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Polizei beklagt hohe Dunkelziffer bei Menschenhandel

09.09.2015

Oldenburg Moderne Sklaverei und Menschenhandel in Deutschland sind nach Ansicht der Polizei ein großes Problem, das nur sehr schwer zu bekämpfen ist. Der niedersächsische Präsident des Landeskriminalamtes, Uwe Kolmey, zeichnete am Dienstag bei einer Fachtagung der Polizeiakademie in Oldenburg ein düsteres Bild: Im vergangenen Jahr habe die Polizei in 51 Fällen wegen Menschenhandels ermittelt. Die Dunkelziffer dürfte um ein vielfaches größer sein, sagte der Kriminalist. In mehr als 80 Prozent der Fälle seien ausländische Frauen die Opfer.

Bei 51 Ermittlungen sei es in 50 Fällen um Menschenhandel und Zwangsprostitution gegangen, sagte Kolmey. Nur in einem Fall ermittelten die Beamten wegen „Menschenhandels zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft“. Die Frauen kämen zum überwiegenden Teil aus Bulgarien und Rumänien. Mehr als die Hälfte von ihnen seien zwischen 18 und 20 Jahre alt. Außerdem gehörten sie oft ethnischen Minderheiten an.

Die Verurteilungsquote sei ernüchternd. In lediglich 20 Prozent der Fälle gebe es eine Chance auf eine Verurteilung, sagte Kolmey. In den meisten Fällen könne eine Täterschaft nicht nachgewiesen werden, weil die Opfer nicht aussagen wollten. „Die Frauen fürchten sich vor ihren Zuhältern und haben in ihren Heimatländern schlechte Erfahrungen mit den Behörden und der Polizei gemacht.“

Die Gründerin der Stiftung „broken hearts“, Cinderella Hemme, hat sich die Aufklärung über den Menschenhandel zur Lebensaufgabe gemacht. Ihr zufolge gibt es weltweit sechs Branchen, in denen die moderne Sklaverei floriere: in der Landwirtschaft, in der Pflege, auf dem Bau, in den Textilwerkstätten, in der Zwangsprostitution, bei Speditionen und in der Fleischindustrie.

Hemme warf den Politikern vor, zu wenig gegen den Menschenhandel zu unternehmen. Das System von Aufklärung, Stabilisierung der Opfer und Strafverfolgung sei lückenhaft.

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