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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Polizei erschießt Mann in Nordfriesland

06.12.2014

Husum „Ich hab“s knallen gehört, ich glaube dreimal“, erzählt Silvia Zimmermann am Tag nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen Mann in Schleswig-Holstein. Die 56-Jährige hatte einen lauten Streit drei Häuser weiter in der Altstadt von Husum gehört und war mit einer Freundin auf die Straße gelaufen, um nachzusehen. „Dann kam das Ehepaar raus, blutend“, schildert die Nachbarin das dramatische Geschehen.

Die von der Freundin alarmierte Polizei war schnell am Ort. „Gefühlt dauert das Stunden, aber es hat sicherlich nur Minuten gedauert“, sagt Zimmermann. Ein Polizeisprecher berichtet, ein Mann - ein Nachbar des Paars - sei mit Messern bewaffnet aus dem Haus auf die Beamten zugestürmt. Einer der Polizisten schoss mit seiner Dienstwaffe und verletzte den Mann tödlich. Die Staatsanwaltschaft geht nach ersten Ermittlungen von Notwehr aus.

Am Tag nach dem Zwischenfall lastet der graue Himmel schwer über der Kleinstadt an der Nordsee. Tatort ist eine Doppelhaushälfte aus weiß übertünchten Klinkern. In der kurzen Gasse am Hafen scheint die Zeit stillzustehen. Die Autos holpern zum Teil über buckelige Kopfsteinpflaster, die schmalen Gehsteige links und rechts sind mit rotem Klinker gepflastert. Eine Altstadt-Idylle, wenige Gehminuten vom Geburtshaus des Schriftstellers Theodor Storm entfernt.

Gelbe Kreidespuren auf der Straße markieren den Ort des tödlichen Geschehens. Am Schloss der Eingangstür ist ein Polizeisiegel angebracht. Blutspuren kleben an der abgegriffenen Klinke. Auch vor der Tür sind noch mehrere große rote Blutflecken zu sehen.

Ist es das Blut des verletzten Ehemanns? Nachdem das Paar auf die Straße gerannt sei, habe der Ehemann noch versucht, den Angreifer im Haus aufzuhalten, indem er die Tür zudrückte, sagt Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. Ihre Freundin und ein junger Mann, der zufällig vorbeikam, hätten dabei geholfen. Sie selbst habe sich um die verletzte Frau gekümmert. „Sie war barfuß, leicht bekleidet, ich hab“ sie einfach nur in den Arm genommen“, sagt Zimmermann zu shz.de. Ihre Nachbarn kannte sie nicht persönlich. Das Paar sei zwischen 30 und 40 Jahren alt, schätzt Zimmermann.

Die meisten Familien leben schon seit Jahren in der Straße, erzählt eine junge Mutter. Nur nicht die Bewohner des Hauses, in dem es am Donnerstagabend zum Streit kam. Die seien erst vor wenigen Monaten eingezogen. Eine ruhige, unauffällige Familie, erzählt sie. Sie habe abends einen Schuss gehört und sei hinausgelaufen. „Zum Glück hat meine Tochter nichts davon mitbekommen“, meint sie.

In den Cafés am Hafen ist der Todesschuss an vielen Tischen Gesprächsthema Nummer eins. Die meisten haben Mitgefühl mit dem Polizisten, der angegriffen worden sein soll. „Es ist einfach schrecklich, wenn ein Mensch sein Leben verliert“, sagt Husums Bürgermeister Uwe Schmitz. Und fügt nach kurzer Pause mit leiser Stimme hinzu: „Den Polizisten, die dort ihre Waffe benutzen mussten, ist es sicher nicht leicht gefallen.“

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