Buchholz - Im Fall der vermissten Familie aus Drage (Landkreis Harburg) gibt es noch immer keine endgültige Klarheit über das Schicksal der 43-jährigen Sylvia Schulze und ihrer zwölfjährigen Tochter Miriam. Die Suche am Seppenser Mühlenteich bei Buchholz brachte am Mittwoch noch keine neuen Erkenntnisse. Rund 60 Beamte waren im Einsatz. Dennoch habe es „Auffälligkeiten“ gegeben, denen die Polizei nachgehen möchte. Details dazu wurden nicht bekannt.
Anfangs wurde das angrenzende Waldgelände abgesucht. „Das Waldstück dürfte einige zehntausend Quadratmeter groß sein“, sagte Polizeisprecher Jan Krüger. Auf dem See wurde ein Sonarboot eingesetzt, mit dem Gegenstände auf dem Boden geortet werden können. Anders als geplant wurde der Wasserspiegel nicht abgesenkt. Das habe sich als sehr schwierig herausgestellt, sagte Krüger.
Mutter und Tochter werden seit rund dreieinhalb Wochen vermisst. Die Leiche des 41-jährigen Familienvaters Marco Schulze wurde am 31. Juli in der Elbe bei Lauenburg gefunden. Hinweise auf Fremdverschulden gab es nicht. Die Polizei geht von einem Familiendrama aus.
Nach der Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen ... XY ungelöst“ hatte sich eine Zeugin gemeldet, die die Familie an dem See gesehen hatte. Sie hatte sich zuvor schon anonym gemeldet, ihre Hinweise waren damals aber laut Krüger zu vage, um sie zu verwerten.
Die Polizei geht davon aus, dass die Zeugin die Familie am Tag des Verschwindens – vermutlich dem 22. Juli – gesehen hat. Die Polizei suchte die Umgebung des Sees in den vergangenen Tagen mit Suchhunden ab. Dabei wurden Spuren gefunden. Nur die Geruchsspuren des Mannes führen aber wieder vom See weg. Zeugen wollen den 41 Jahre alten Vater einen Tag später, am Morgen des 23. Juli, an der Elbe bei Stove auf der Fahrt in Richtung Drage gesehen haben.
