Cloppenburg - Achtzig Stundenkilometer waren erlaubt, doch das kümmerte den Fahrer des tonnenschweren VW-Touareg nicht. Er preschte am vergangenen Sonntag unbekümmert mit Tempo 177 über die B 213 durch Stapelfeld. Der Fahrspaß fand allerdings bald darauf ein jähes Ende, denn der Raser hatte das sogenannte PPS-Fahrzeug der Polizei nicht gesehen, das ihn schon einige Zeit verfolgte.

PPS steht für „Police-Pilot-System“, eine technische Einrichtung zur Geschwindigkeitsmessung. Diese ist in dem handelsüblichen BMW 330d installiert, mit dem sich Beamte des Autobahnkomissariats Ahlhorn an die Fersen von Rasern heften können.

Der Wagen verfügt über modernste Messeinrichtungen, Kameras, Monitore, Aufzeichnungsgeräte und natürlich die klassische „Kojak-Leuchte“. Während der „Messwoche“, die die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta seit dem Freitag, 3. Mai, im Oldenburger Münsterland durchführt, war der schnittige BMW neben Radargeräten und Laserpistolen ständig im Einsatz. Und das sehr erfolgreich: Dutzende von leichtsinnigen Fahrern zogen die Polizeikommissare Cliff Sprenger und Christian Ahrens so sprichwörtlich aus dem Verkehr.

Die negativen Highlights: Am Sonntag war auf der Bundesstraße 214 bei Steinfeld ein Motorradfahrer mit 173 Stundenkilometern unterwegs, obwohl nur 80 erlaubt waren. Auf der B 72 bei Bokelesch stoppten die Einsatzkräfte einen PKW mit Anhänger mit 132 Stundenkilometern, kurz vor Friesoythe brachte es ein Lieferwagen gar auf 149 Stundenkilometer.

Im Gegensatz zu den teilweise mit Probe-Führerschein rasenden Autofahrern sind diese Geschwindigkeiten für die Beamten kein Problem. Sie wurden intensiv für Hochgeschwindigkeitsverfolgungen trainiert, sie wissen um die enormen physischen Kräfte und sie können ganz genau abwägen, wie weit sei gehen können. Immerhin hat der bayerische Dienstwagen 245 PS. „Und der Tacho geht bis 260“, betont Sprenger selbstsicher. Allerdings hat der Einsatz der Beamten seine Grenzen: Sie dürfen weder sich selbst noch den Verfolgten in Gefahr bringen, die Verhältnismäßigkeit muss passen.

Der Fahrer des VW-Touareg wird übrigens in Kürze zu Fuß gehen. Die überzeugenden Beweismittel des PPS-Mobils brachten ihm vier Punkte in Flensburg, drei Monate Fahrverbot und 600 Euro Bußgeld ein.