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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Polizei prüft Krankentransporte

08.01.2015

Oldenburg /Wilhelmshaven /Delmenhorst Hat Niels H. auch im Rettungsdienst Straftaten begangen? Der ehemalige Krankenpfleger war zumindest noch als Sanitäter im Einsatz, als er längst unter Mordverdacht stand. Die Sonderkommission „Kardio“ der Polizeidirektion Oldenburg hat bei ihren Ermittlungen jetzt herausgefunden, dass der heute 38-Jährige von März bis Oktober 2008 als Rettungssanitäter bei einer Wilhelmshavener Hilfsorganisation im Einsatz war.

Die zuständige Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann habe deshalb entschieden, die Ermittlungen gegen Niels H. auch auf diesen Bereich auszudehnen, teilte die Staatsanwaltschaft Oldenburg am Mittwoch mit. Die Soko überprüfe dazu alle Krankentransporte und sonstigen Einsätze in Wilhelmshaven, an denen Niels H. in dem fraglichen Jahr beteiligt gewesen sei. Die benötigten Unterlagen liegen der Soko laut Staatsanwaltschaft bereits vor und werden ausgewertet. Es könnten aber noch keine Angaben zu konkreten Verdachtsfällen gemacht werden, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Carolin Castagna, dieser Zeitung.

Niels H. ist wegen dreifachen Mordes und zweifachen Mordversuchs an Patienten im Klinikum Delmenhorst in den Jahren 2003 bis 2005 angeklagt. Das Landgericht Oldenburg hatte ihn bereits im Dezember 2006 wegen Totschlagversuchs an einem Patienten zu fünf Jahren Gefängnis und fünf Jahren Berufsverbot verurteilt. Der Bundesgerichtshof kippte das Urteil jedoch. Der Ex-Pfleger blieb bis Mai 2009 auf freiem Fuß.

Nach einem neuen Prozess wurde Niels H. im Dezember 2008 wegen Mordversuchs an dem Patienten zu siebeneinhalb Jahren Haft und einem lebenslangen Berufsverbot verurteilt.

Die Polizei hatte bereits vor einigen Wochen ermittelt, dass Niels H. trotz Anklage zwischen Januar und Juli 2008 im Pauline-Ahlsdorff-Haus, einem Altenheim in Wilhelmshaven, gearbeitet hat. Über mögliche Verdachtsfälle in dieser Zeit wurde bisher aber nichts bekannt.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht dazu äußern, bei welcher Hilfsorganisation in der Jadestadt Niels H. ab März 2008 als Rettungsassistent im Einsatz war. Wie es aus Wilhelmshaven hieß, könnte es der Malteser Hilfsdienst gewesen sein. Dort soll H. bereits vor seiner Zeit im Klinikum Delmenhorst aktiv gewesen sein.

„Wir können dazu nichts sagen, wir kennen ihn alle nicht“, sagte der aktuelle Stadtbeauftragte der Malteser in Wilhelmshaven, Norbert Witton, dieser Zeitung. Der Geschäftsführer der Malteser im Offizialatsbezirk Oldenburg, Klaus Maier, schließt definitiv aus, dass Niels H. in der Lage gewesen wäre, als Begleiter im Rettungsdienst „etwas anzustellen“.

Der Prozess gegen den Ex-Pfleger vor dem Landgericht Oldenburg wird an diesem Donnerstag fortgesetzt. Dann soll unter anderem der ehemalige Chef der Herzchirurgie des Klinikums Oldenburg aussagen. Die Soko untersucht zurzeit mehr als 170 Verdachtsfälle alleine in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst.

Marco Seng Redakteur / Reportage-Redaktion
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