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Diensthundführerin im Einsatz Mit seiner Spürnase findet Polizeihund „Troll“ sogar USB-Sticks

Selbst in versteckten Ecken kann Diensthund „Troll“ kleinste Datenträger wie Speicherkarten und USB-Sticks finden. Er ist einer von drei Datenträgerspürhunden in Niedersachsen.

Selbst in versteckten Ecken kann Diensthund „Troll“ kleinste Datenträger wie Speicherkarten und USB-Sticks finden. Er ist einer von drei Datenträgerspürhunden in Niedersachsen.

Arne Jürgens

Im Nordwesten - Sie sind ein eingespieltes Team – und das zeigt Diensthundführerin Hannah (ihr Nachname soll nicht genannt werden) gerne auch auf Instagram. Dort und im Dienstalltag bei der Polizei immer an ihrer Seite: Kollege „Troll“. Er ist ein 2,5 Jahre alter Belgischer Schäferhund, ausgebildet als Schutzhund und Datenträgerspürhund. Mit seiner „Spezialfähigkeit“ kann er USB-Sticks, Speicherkarten, Festplatten, Handys und alles andere erschnüffeln, was einen Speicher besitzt.

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Datenträgerspürhunde werden genauso wie ihre tierischen Kollegen ausgebildet, die auf Rauschgift oder Sprengstoff ausgerichtet sind. „In Niedersachsen gibt es nur drei Hunde mit der Spezialisierung auf Datenträger“, sagt Hannah. Wie wichtig diese Spürnasen sind, zeigten die Ermittlungen zum massenhaften Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde (Nordrhein-Westfalen), bei denen ein Datenträgerspürhund entscheidende Beweise gefunden hatte.

Auf Instagram unterwegs

Auf ihrem Instagram-Account „diensthundfuehrerin_hannah“ postet die Polizistin regelmäßig vom Alltag mit „Troll“. „Ich will zeigen, was ich den ganzen Tag so mache. Die Inhalte sollen abwechslungsreich sein“, erklärt Hannah. Dazu zählen neben Fotos, Videos und kleinen Storys über Welpentrainung oder Fährtenübungen auch Highlights von Einsätzen und Memes – also lustige Bilder oder Texte. „So kann ich viel persönliche Nähe zeigen und greifbar für die Leute sein.“ Und das mit Erfolg: Fast 20.000 Follower hat das Duo bei Instagram. Ein Video, in dem Hannah ihren „Troll“ auf den Schultern trägt, wurde über eine Million Mal angesehen.

Zusammen im Einsatz: Diensthundführerin Hannah ist mit Spürnase „Troll“ im Dienst und auch auf Social Media unterwegs.

INSTAGRAM, FACEBOOK UND X Wie die Polizei in den sozialen Medien vertreten ist

Arne Jürgens
Im Nordwesten

Zum Polizeidienst ist Hannah erst über den Schutzhundesport gekommen. „Ich habe vorher einen Belgischen Schäferhund privat ausgebildet und ihn bis zur Weltmeisterschaft geführt“, erzählt sie. Anschließend habe sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. Das Mensch-Hund-Team wird im Bereich der ganzen Polizeidirektion Oldenburg eingesetzt. „Mal geht’s im Nachtdienst nach Cuxhaven, mal nach Verden. Da können einige Kilometer zusammenkommen“, sagt Hannah.

Ausbildung zum Schutzhund

„Troll“ ist zum Schutzhund ausgebildet worden. Er kann also die Fährten flüchtiger Personen verfolgen, auf Befehl nach Gegenständen stöbern und die Polizisten beschützen. Schutzhunde finden zielsicher Gegenstände mit frischer menschlicher Witterungsanhaftung. „Das kann ein Brecheisen sein oder Beute, die in einem Baumstumpf versteckt wurde.“ Eine andere Form der Ausbildung sind sogenannte Mantrailer. Diese lernen, die Fährte einer vorgegebenen Person zu suchen – etwa, wenn ein Kleidungsstück vorhanden ist. „Schutzhunde dagegen suchen die frischeste Spur. Sie brauchen keinen Gegenstand“, erklärt Hannah.

Lesen Sie auch: Mit ihrer Schnüffelnase werden sie zu Menschenrettern

Neben der Verfolgung von Einbrechern werden Schutzhunde wie „Troll“ auch zum Schutz der Polizisten und Veranstaltungen eingesetzt, bei denen es ein erhöhtes Gefahrenpotenzial gibt. „Der Hund kann schneller und besser zugreifen als Menschen vom Streifendienst“, meint Hannah. Bei eskalierenden Versammlungen können Diensthunde beispielsweise mit einem Beißkorb eingesetzt werden, um Personen „zurückzuschubsen“. Denn „der Hund macht deutlich mehr Eindruck“.

Aus Sicht von Hannah sind Polizeihunde aus dem Dienstalltag nicht mehr wegzudenken: „Wir sind schon oft nur durch die gute Hundenase zum Erfolg gekommen.“ Auch Straftäter, die sich im Dunkeln versteckten, habe „Troll“ schon entdeckt. „Der Hund ist dem Menschen durch seine Reflexe und Schnelligkeit überlegen“, sagt Hannah. Dennoch kann eine Gefährdung für die Vierbeiner nie ganz ausgeschlossen werden. Die Diensthundführerin habe aber weder bei „Troll“ noch mit seinem Vorgänger „Grimm“ mit Verletzungen zu tun gehabt.

Warum Hunde für den Polizeieinsatz geeignet sind

Bei Diensthunden wird die genetisch veranlagte Jagdmotivation ausgenutzt. Die Gebrauchshunderassen wurden entsprechend selektiert und gezüchtet, sodass sie im Polizeibereich eingesetzt werden können. Der Hund zählt bei der Polizei als Einsatzmittel – wie auch die Schusswaffe oder der Schlagstock. „Der Diensthund ist ein Hilfsmittel der körperlichen Gewalt“, erklärt Diensthundführerin Hannah.

Beim Einsatz geht es immer um die Verhältnismäßigkeit. Denn: „Natürlich können bei einem Hundebiss Verletzungen entstehen.“ Diensthunde wie „Troll“ beißen aber nur auf Befehl ihres Diensthundführers. „Wenn der Hund jemanden auffindet, muss er ihn ,verbellen’. Das bedeutet, die Person soll stehenbleiben.“

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz
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