Oldenburg/Reitland - Es war der Notruf der 65 Jahre alten Ehefrau, der am Montagmittag im 200-Einwohner-Dorf Reitland (Kreis Wesermarsch) zu einem Polizeieinsatz geführt hat, in dessen Verlauf ein 77 Jahre alter Mediziner von einem Polizisten erschossen worden ist. Die Frau hatte einen gewalttätigen Übergriff ihres Mannes gemeldet.

Das teilte am Mittwoch die Staatsanwaltschaft Oldenburg auf Nachfrage der NWZ  mit. Sprecher Martin Rüppell gab zudem bekannt, dass es sich bei den beiden eingesetzten Polizisten um eine 29 Jahre alte Beamtin und einen 24 Jahre alten Beamten gehandelt hat. Den tödlichen Schuss hat der 24-Jährige abgegeben.

Wie berichtet, hatte der 77-Jährige eine Waffe gezogen und einen Schuss abgegeben. Die Beamten sollen ihn erfolglos aufgefordert haben, die Pistole niederzulegen. Wie zu erfahren war, handelte es sich bei der Waffe des Getöteten um eine Schreckschusspistole. Die Obduktion des Leichnams hat keine überraschenden Erkenntnisse erbracht.

Demnach ist der Mediziner durch einen Schuss in den Oberköper tödlich verletzt worden. Zum wahrscheinlichen näheren Ablauf des Geschehens macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben, bevor nicht alle Vernehmungen abgeschlossen sind.

Die Ermittlungen sollen klären, ober der 24 Jahre alte Polizeibeamte rechtmäßig von der Schusswaffe Gebrauch gemacht hat – aus Notwehr oder, um seine Kollegin zu schützen, aus Nothilfe.