Brake - Die bessere Ausstattung und bessere Polizeiautos sind nur zwei Dinge, die Witold Wozniak aufgefallen sind. Beide sind aber nicht der Grund, warum der 34-jährige Polizist aus der 120 000-Einwohner-Stadt im polnischen Kalisz von „einer der besten Zeiten in meinem Leben“ spricht, wenn er auf zwei Wochen in Brake zurückblickt.

Vor allem waren es die beruflichen Erfahrungen, die der Anwärter auf einen dem deutschen Kommissar entsprechenden Rang hier gemacht hat – und die Kontakte, besonders zu seinem Gastgeber Hannes Matzke. Mit dem 27-jährigen Polizeikommissar ist Wozniak nicht nur im täglichen Dienst unterwegs gewesen, ist zu Aufnahmen von Verkehrsunfällen und zu Einbrüchen mit ausgerückt. Beim Oldenburger hat er auch gewohnt, und gemeinsam ging es in der Freizeit zu weiteren Polizeidienststellen – von der Großleitstelle in Oldenburg bis zur Wasserschutzpolizei in Brake.

Auch wenn Wozniak nicht die gleichen Rechte wie ein deutscher Polizist hatte und keine Waffe tragen durfte, war er äußerst hilfreich. So staunten nicht nur die Fahrer polnischer Autos nicht schlecht, die in den 14 Tagen verstärkt kontrolliert wurden. Auch für eine Polin aus Brake, gegen die ein Haftbefehl vorlag, war es eine große Überraschung, als sie nach einer Ansprache auf Polnisch ihre Tür öffnete, die deutschen Polizisten zuvor verschlossen geblieben war. Statt eines vielleicht bekannten Landsmannes stand dort ein Hüne in polnischer Polizeiuniform. „Das hat sie nicht erwartet“, schmunzelt der Gast noch im Nachhinein. Der Vollstreckung des Haftbefehls durch zwei deutsche Polizisten stand nichts mehr im Wege.

In seiner Heimat ist der 34-Jährige auch als Präventionsbeauftragter in Schulen und Kindergärten unterwegs, hat zweimal wöchentlich 15 Minuten Sendezeit bei einem lokalen Radiosender und ist stellvertretender Pressesprecher seiner Einheit. „Am liebsten bin ich aber auf Streife.“

Von Kommissariatsleiter Klaus Lücke hat Wozniak nicht nur ein kleines Präsent der Polizeiinspektion erhalten, sondern auch ein Lob: „Er hat sich gut in die Arbeit eingebracht und den täglichen Dienst unheimlich erfrischt.“

Ende August wird Matzke die Koffer packen und zum Gegenbesuch starten. Neben dem Einblick in die Polizeiarbeit und die Einsatzmittel in Polen erhofft er sich vor allem eine persönliche Weiterentwicklung sowie Einblicke in Kultur und Sprache des Nachbarlandes. „Ein paar Wörter hat Witold mir schon beigebracht.“ Vielleicht sind die auch einmal Türöffner.

Markus Minten
Markus Minten Stadt Oldenburg und Ammerland (Leitung)