Wangerland - Der Schreck sei ihm schon in die Glieder gefahren, als er in 700 Metern Höhe den Motor abstellen musste, sagt Gerrit-Jan Janßen (61) aus Lingen. Doch solche Notfälle übe man ja regelmäßig, meint der erfahrene Sportflieger – seit 1995 ist er Pilot: „Dann muss man Höhe und Geschwindigkeit halten.“

Viel Aufhebens mag der Pilot nicht von seiner Notlandung machen: „Das war alles ganz normal, die Landung war wie geprobt – und dafür üben wir ja, dass es im Fall des Falles auch klappt“, sagt er.

Am Sonntag gegen 11.30 Uhr bemerkte er beim Flug über den Deich Richtung Wangerooge, dass ein Propellerblatt seiner einmotorigen Maschine abgebrochen war – es hatte einen lauten Knall gegeben. Gegen 10 Uhr war Janßen vom Flugplatz Nordhorn-Lingen mit seiner Frau und seiner Schwägerin gestartet.

Bereits über See schaltete er den Motor aus, drehte ab zurück Richtung Festland und suchte einen Landeplatz. Den entdeckte er auf der Deichkrone des Elisabethgrodendeichs bei Dauenstrift (Wangerland/Kreis Friesland). Im Segelflug setzte er zur Landung an, sein Flugzeug rutschte die Binnenseite des Deichs hinab und rollte auf dem Deichverteidigungsweg aus. „Man kann auf jeder Wiese landen“, meint Janßen dazu lapidar.

„Das war eine tolle Notlandung ohne Motor – der Pilot war sehr entspannt, als wir eintrafen“, sagte später Bernd-Rainer Otten, kommissarischer Leiter des Polizeikommissariats Jever.

Weder Janßen noch seine beiden Mitfliegerinnen wurden bei der Notlandung verletzt. Auch am Flugzeug entstanden nach erstem Eindruck keine weiteren Schäden. Der Flieger muss nun vom Deich geborgen werden. Grund für den Propellerbruch ist möglicherweise Materialermüdung. Laut Polizei wird ihn ein Tieflader abholen und abtransportieren.

Doch das Wichtigste: „Wir sind alle drei zufrieden mit dem Ausgang und nach dem ersten Schrecken auch alle wohlauf“, betont Janßen.