• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Prozess gegen Niels Högel im Alten Landtag

27.04.2017

Oldenburg /Delmenhorst Dem Klinikmörder Niels Högel wird nach Informationen der NWZ nicht in einem Landgerichtssaal der Prozess gemacht, sondern im Alten Landtag von Oldenburg. Es wäre das erste Mal seit den Nazi-Prozessen in den späten 40er-Jahren, dass das Oldenburger Gericht eine solche Verhandlung außerhalb der eigenen Räume führt.

Alle Berichte zum Fall Niels Högel im NWZ-Spezial

Polizeipräsident Johann Kühme, Hausherr des 101 Jahre alten Landtagsgebäudes im Dobbenviertel, bestätigte auf NWZ-Nachfrage eine entsprechende Anfrage der Justizbehörden. „Ich habe nichts dagegen“, so Kühme.

Auslagerung nur als Ausnahme

Spektakuläre Prozesse gab es im Landgericht Oldenburg schon häufiger. Zu Gedränge (und zu einem Losverfahren auf Plätze) kam es 1998 im Prozess gegen den Kindermörder Ronny Rieken. Ausgelagert hat das Gericht aber auch den Prozess nicht. Lediglich die NS-Prozesse wegen Straftaten in den Emsland-Lagern 1948 bis 1950 fanden im Oldenburger Augusteum statt. Das Landgerichtsgebäude war durch einen Fliegerangriff im Krieg beschädigt worden.

Das Landgericht hält sich vorerst noch bedeckt bei dem Thema. „Es gibt ja noch nicht einmal eine Anklage“, sagte Gerichtssprecher Michael Herrmann auf Nachfrage. Er bestätigt aber, dass es „solche Gedanken“ gibt, und erklärt: „Wir wollen für alle Fälle gewappnet sein.“

Der Grund für die geplante Auslagerung ist der erwartete Platzbedarf: Das Gericht rechnet damit, dass es im Fall Högel eine große Zahl an Nebenklägern und damit auch an Rechtsbeiständen geben könnte. Groß dürfte auch der Andrang auf die Zuschauerplätze sein. Der Alte Landtag bietet Platz für bis zu 250 Besucher. Im Schwurgerichtssaal des Landgerichts, wo Högel bereits im Februar 2015 in sechs Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, gibt es nur knapp 40 Sitzplätze für die Öffentlichkeit.

Wann der erneute Prozess gegen Högel beginnen kann, ist noch offen. Beobachter rechnen mit einem Verhandlungsbeginn frühestens im Herbst dieses Jahres. Derzeit laufen noch immer Ermittlungen der Sonderkommission „Kardio“. Polizeichef Kühme geht davon aus, dass bis Juni alle Ergebnisse vorliegen.

Der 40-jährige Högel steht in Verdacht, zwischen 1999 und 2005 als Pfleger Dutzende Patienten auf Intensivstationen im Klinikum Oldenburg und im Klinikum Delmenhorst getötet zu haben. Högel selbst hat 90 Taten zugegeben.


Ein Spezial:   www.nwzonline.de/krankenpfleger-prozess 
Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

Weitere Nachrichten:

Klinikum Oldenburg | Klinikum Delmenhorst

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.