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„Gorch Fock“-Prozess Angeklagter Subunternehmer schweigt zu heimlichen Geschäften mit Elsflether Werft

Prozessauftakt vor dem Schöffengericht in Brake: Der 51-jährige Angeklagte (gepixelt) soll erst überhöhte Angebote an die Elsflether Werft abgegeben und dann Gutschriften von mehr als 1,2 Millionen Euro gewährt haben.

Prozessauftakt vor dem Schöffengericht in Brake: Der 51-jährige Angeklagte (gepixelt) soll erst überhöhte Angebote an die Elsflether Werft abgegeben und dann Gutschriften von mehr als 1,2 Millionen Euro gewährt haben.

dpa/Schuldt

Brake - Er soll mit überteuerten Angeboten und anschließenden Gutschriften getrickst haben: Ein 51-Jähriger muss sich seit Mittwochmorgen in einem Betrugsprozess um die „Gorch Fock“ wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr vor dem Amtsgericht Brake verantworten. Um das Marine-Segelschulschiff haben bereits mehrere Prozesse hohe Wellen geschlagen. Grund dafür waren die immens gestiegenen Sanierungskosten – von geplanten zehn auf 135 Millionen Euro.

Nun stehen im „Gorch-Fock“-Kontext heimliche Absprachen zwischen der Elsflether Werft und einem Hamburger Subunternehmen im Raum: Der 51-jährige Projektleiter des Subunternehmens soll zuerst überhöhte Angebote an die Elsflether Werft abgegeben und dann in Form von Gutschriften wieder ausgeglichen haben. Der Bund als Hauptauftraggeber hat von diesen Rückzahlungen allerdings nichts gesehen – das soll nicht nur im Fall der „Gorch Fock“, sondern auch bei 20 weiteren Aufträgen der Bundesmarine so abgelaufen sein. Vor dem Schöffengericht in Brake geht es um eine Gutschriftensumme von insgesamt über 1,2 Millionen Euro.

Angeklagter schweigt

Mit einer Rechnungskorrektur wurden der Elsflether Werft so regelmäßig Rückzahlungen von meistens 15 Prozent der Auftragssumme gewährt – im Fall der „Gorch Fock“ waren es 17 Prozent. Teilweise wurden Rechnung und „korrigierte Rechnung“ am gleichen Datum versendet. Das beweisen im Gerichtssaal vorgelegte Dokumente – mit Datumsstempel und dem Namen des Angeklagten darauf.

Während der 51-Jährige selbst zu den Vorwürfen schweigt, argumentiert die Verteidigung, der Angeklagte habe „nur seine Pflichten als Arbeitnehmer erfüllt – und mehr nicht“. Schließlich habe sein Mandant als Projektleiter nicht selbst von den Gutschriften profitiert, sondern allein die Elsflether Werft. Sein einziges Interesse soll darin gelegen haben, dass sein Unternehmen durch diese Praktiken bei neuen Aufträgen bevorzugt werde.

Weitere Firmen involviert

In einem Polizei-Verhör sagte der Angeklagte zuvor aus, dass er das System lediglich von seinem Vorgänger übernommen und „nicht weiter hinterfragt“ habe, schilderte der Leiter der Sonderkommission (Soko) im Gerichtsaal. Die Ermittler untersuchen das Beziehungsdreieck zwischen Werft, Subunternehmen und der Marine seit Dezember 2018. Denn auch weitere Subunternehmer sollen dem „Gutschrift-System“ gefolgt sein. Das haben Untersuchungen auf dem Gelände der Elsflether Werft ergeben – dabei wurden ganze Listen mit den gewährten Gutschriften der einzelnen Unternehmen entdeckt. In diesem Kontext seien nach Angaben des Soko-Leiters insgesamt 26 Verfahren gegen Verantwortliche der Elsflether Werft eingeleitet worden, dabei gehe es um bis zu 18 Millionen Euro Schaden.

Das Verfahren vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Brake soll am 11. Oktober fortgesetzt werden.

Alexandra Meier
Alexandra Meier Digitalteam Wesermarsch
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