RAMSLOH/REEKENFELD - Die Indizienlage ist dünn: Ein Schwerverletzter soll einen Überfall nur knapp überlebt haben. Und dies auch nur, weil ihn ein unbekannter Helfer versorgte. Doch wer ist der edle Held? Der Pfadfinder-Nachwuchs aus Reekenfeld und Cloppenburg, der zuvor im Sommerlager in Scharrelerdamm zu Detektiven ausgebildet wurde, macht sich am Tatort Hollener See an die Arbeit.
Zunächst wird das Opfer befragt. Mit Notizblock, Stift und Detektiv-Ausweis bewaffnet, sammeln die Kinder Informationen. Vom Täter wissen sie schnell, dass er männlich ist und Tabak raucht. Aber es soll ja vor allem der Helfer gefunden werden – und auch das ist gar nicht so leicht. An alles kann sich das Opfer nämlich nicht mehr erinnern. So geht’s weiter zur Wirtin, bei der das Opfer gepflegt wurde. Hier gibt es weitere Tipps – und eine Stärkung: Apfel-Häppchen.
Auf dem weiteren Parcours rund um den See bei Ramsloh müssen die Junior-Sherlock-Holmes auch Grenzen überschreiten. Das gegenseitige Helfen – für Pfadfinder selbstverständlich – ist auch gefragt, um das „Moor“ zu durchqueren. Reichlich merkwürdig kommt den Kleinen dann ein Priester vor, der irgendetwas zu verbergen scheint. War er etwa der Geistliche, der das Opfer zurückließ, ohne zu helfen? Immerhin erfahren sie, wo der Helfer zu finden ist. Hundert Meter weiter – und endlich haben die Pfadfinder-Detektive den „barmherzigen Samariter“ gefunden. Auftrag erfüllt.
Das sieht auch Pfarrerin Eva Hachmeister-Uecker so. Sie hat als Leiterin des Sommerlagers für den Pfadfinder-Nachwuchs aus Reekenfeld und Cloppenburg mit Birte Lüdders und Mirjam Hoffmann das Konzept entwickelt. Ziel sei es gewesen, den Kindern das Thema „Helfen“ näherzubringen – und zwar angelehnt an die biblische Geschichte vom „barmherzigen Samariter“. Das fünftägige Sommerlager in Scharrelerdamm mit zahlreichen Aktivitäten wertet Hachmeister-Uecker denn auch als vollen Erfolg: „Die Kinder kehren wie verwandelt und mit ganz viel Selbstbewusstsein nach Hause zurück. Solche Gemeinschaftserlebnisse sind einfach enorm wichtig.“
Die Pfadfinder
