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Sommer Immer alles fest im Blick

Ramsloh - Schon von Weitem sind spielende Kinder zu hören. Einige Badegäste haben ihre Handtücher auf dem Sand ausgebreitet, während andere sich auf Luftmatratzen in den See stürzen. Eigentlich ein ganz normales Bild bei Sommerwetter am Hollener See in Ramsloh. Eines ist seit Kurzem allerdings anders: Denn statt des alten Containers steht nun eine moderne Wachstation auf dem Gelände, von der die DLRG-Ortsgruppe Saterland aus ihren Wachdienst ausübt.

Die neue Wachstation, die auch über Sanitäranlagen für die Öffentlichkeit verfügt, wurde rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien ausgerüstet. Ein paar Dinge würden allerdings noch fehlen, sagt Christian Rumkamp, Technischer Leiter für den Bereich Ausbildung. So sollen unter anderem noch Möbel im Laufe der Woche kommen. „Derzeit behelfen wir uns mit Bierzeltgarnituren“, sagt Rumkamp.

Klima ganz anders

Auch die Küche für den hinteren Bereich sei noch nicht da. Eine Liege wird noch angeschafft, vor die ein Sichtschutz kommen soll. „Im nächsten Jahr wollen wir schauen, ob wir nicht die Pflasterung draußen erweitern können für einen Sonnenschirm und mehr Sitzgelegenheiten“, sagt der 31-Jährige, der schon seit Kindertagen bei der DLRG ist.

In Beschaffung sei auch noch ein neuer Gerätewagen Wasserrettung. Es gibt Förderzusagen vom Landesinnenministerium, dem Landkreis und der Gemeinde. Auch eigene Mittel werden in die Hand genommen, und die LzO beteiligt sich mit einer Spende.

Allgemein sei das Arbeiten mit/in der neuen Wachstation angenehmer als im Container. „Das Klima ist ganz anders und wir haben mehr Platz“, sagt Rumkamp. Und auch über den neuen Wachturm, der Schatten spendet, freut sich die DLRG. Das Boot und Material könnten nun besser gelagert werden.

Allerdings gebe es, was das Boot betrifft, auch einen kleinen Nachteil. Denn es kann nicht mehr so komfortabel zu Wasser gelassen werden. Derzeit würde dies nur mit Hilfe eines Fahrzeugs funktionieren. Schwierig, wenn so viele Menschen am Strand sind. „Früher hatten wir eine Seilwinde“, sagt Rumkamp. Bis zur nächsten Saison wünscht sich die DLRG ein kleineres Boot, das besser zu Wasser gelassen werden kann.

An die 15 ehrenamtliche Wachgänger der DLRG sogen abwechselnd für Sicherheit am See. Wie viele gleichzeitig vor Ort sind variiert. „Wir verbringen unseren Urlaub hier, die Schüler ihre Ferien“, sagt Rumkamp. Mal können es nur drei Personen, mal fünf oder sechs sein.

Über die DLRG

Die DLRG-Ortsgruppe Saterland wurde auf Initiative des Scharrelers Leo Hanekamp gegründet. Nachdem am 4. Juli 1975 ein 13-jähriger Junge während eines Tauchgangs im Maiglöckchensee in Scharrel tödlich verunglückte, wollte der damalige 1. Vorsitzende der Ortsgruppe Gehlenberg mit seinen Mitgliedern Bürger finden, die gegen den Ertrinkungstod kämpfen wollten.

Zwölf Personen nahmen an einem Ausbildungskursus für Rettungsschwimmer im Spätsommer 1975 teil. Im November wurde dann der DLRG-Stützpunkt Scharrel aufgestellt. 25 Personen gründeten am 20. Mai 1976 die DLRG-Ortsgruppe Saterland.

Von 1976 bis 1996 bewachte die DLRG den Maiglöckchensee. Dann wucherten Wasserpflanzen, die das Baden unmöglich machten. 1999 wurde am vier Kilometer entfernten Hollener See der Wachdienst wieder aufgenommen.

Seit 1999 sorgt die DLRG-Ortsgruppe Saterland am Hollener See in Ramsloh für die Sicherheit der Badegäste. In der Badesaison vom 15. Mai bis 15. September sind jeweils am Wochenende, bei gutem Wetter, Wachgänger vor Ort, in den Sommerferien sogar täglich.

Auf jeden Fall ist immer jemand dabei, der volljährig ist. „Das ist in der Regel ein ausgebildeter Wachleiter“, so Rumkamp. Und auch über Nachwuchsmangel kann sich die Ortsgruppe derzeit nicht beklagen. „Wir haben eine recht starke Jugendgruppe“, sagt Rumkamp.

Zu diesem Jugend-Einsatz-Team gehören Kinder von zehn bis 16 Jahren, die ihr Jugendschwimmabzeichen in Gold gemacht haben. „Wir bereiten sie auf den Wachdienst und Erste Hilfe vor.“ Das Rettungsschwimmabzeichen in Gold können Kinder ab zwölf Jahren machen. Dieses ist notwendig für den späteren Wachdienst. Wachgänger könne man dann ab 15 Jahren werden. Voraussetzung ist dafür auch der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses.

Bei Leitstelle anmelden

Und wie startet der Tag der Wachgänger? „Wir bauen uns auf und melden uns über Funk bei der Leitstelle an. Die zwei Rettungsbretter werden an den See gelegt, und der Turm wird besetzt“, so Rumkamp. Zur Ausrüstung gehören unter anderem auch Funkgeräte, Ferngläser, Tragen, Rettungsbojen, Sanitätsausrüstung und das Rettungsboot.

450 Meter betrage die gerade Strecke des Hollener Sees vom Strand bis zum gegenüberliegenden Ufer. „Ein guter Schwimmer schafft 500 Meter in drei Minuten auf dem Rettungsbrett“, sagt Rumkamp. Im Ernstfall würde dann auch direkt das Boot hinterher geschickt werden. Bis auf Insektenstiche und Schnittverletzungen sei allerdings in all den Jahren nichts Größeres passiert. Nur einmal hatte die DLRG einen erschöpften Schwimmer retten müssen.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland
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