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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Randalierer getötet – Polizist wieder im Dienst

11.01.2012

CUXHAVEN Nach Schüssen auf einen Mann bei einem Einsatz in Cuxhaven hat die Staatsanwaltschaft Stade das Ermittlungsverfahren gegen einen Polizeibeamten wegen Totschlagverdachts eingestellt. Der 25-Jährige habe in Notwehr gehandelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag.

Der Polizeibeamte war am Abend des 26. Oktober 2011 mit einem Kollegen zu einem Einsatz im Verwaltungsgebäude des Landkreises Cuxhaven gerufen worden, weil dort ein Mann randalierte sowie Passanten angriff und bedrohte.

Beim Eintreffen der Beamten stürmte der 47-Jährige mit einem Schlagwerkzeug auf einen der Beamten zu, woraufhin dieser von seiner Schusswaffe Gebrauch machte und den Angreifer tödlich verletzte. Die Staatsanwaltschaft ist bei ihrer Entscheidung davon ausgegangen, dass sich der Getötete unmittelbar vor dem Beamten befand, als er mit der Stange in der Hand auf diesen zulief. Die Schussabgabe erfolgte laut Zeugenaussagen und einem eingeholten Abstandsgutachten, als sich der Getötete etwa einen Meter vor dem Polizeibeamten befand. Dieser habe zuvor mit gezogener Dienstwaffe und den Worten: „Stopp, Polizei, Waffen weg, runter auf den Boden!“ den Schusswaffengebrauch angedroht. Zu berücksichtigen sei laut einem Sprecher, dass sich die konkrete Situation in den beengten Verhältnissen innerhalb des Windfangs abgespielt habe. Infolgedessen sei der Beamte nicht mehr in der Lage gewesen, Schlagstock oder Pfefferspray herauszuziehen. Zwar hätte sein Kollege Pfefferspray bereitgehalten. Diesem sei jedoch durch die Tür des Windfangs der Weg abgeschnitten gewesen.

Für die Beurteilung der Gefährlichkeit des Getöteten sei überdies von entscheidender Bedeutung, dass die beiden Beamten von einem Zeugen unter der Bezeichnung „Bedrohungslage – vermutlich Amok“ herbeigerufen wurden und nur deshalb mit griffbereiter Dienstwaffe auf den Tatort zugegangen seien. Schließlich sei innerhalb des zur Verfügung stehenden kurzen Zeitraums weder ein Warnschuss noch ein Schuss in die Beine des Getöteten möglich gewesen. Der Polizeibeamte befindet sich bereits seit einigen Wochen wieder im Dienst.

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