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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Rechtsradikale bedrohen Mutter aus Oldenburg

24.01.2015

Oldenburg /Duisburg Eine Frau aus Oldenburg hat über den Kurznachrichtendienst WhatsApp Dutzende von Drohnachrichten aus der rechtsradikalen Szene erhalten, nachdem Hacker ihre Kundendaten bei einem Internethandel gestohlen hatten. Sätze wie „Ihr roten Schweine sollt alle verrecken“ und „Am Sonntag wird dieser ganze Antifa-Abschaum vernichtet“ tickern im Sekundentakt auf ihrem Handy ein. „Das macht mir schon Angst, schließlich habe ich Familie, eine kleine Tochter“, sagt die 39-Jährige, die sich nicht der linken Szene zurechnet.

An die Bestellung, die ihr den Ärger eingebracht hat, kann sich die Oldenburgerin kaum noch erinnern. „Das war ein Kapuzenpullover für meinen Mann, glaube ich. Das ist bestimmt fünf Jahre her.“ Der in Duisburg ansässige Händler „Impact Punk Mailorder“ hatte am Mittwoch auf seiner Facebookseite mitgeteilt, dass es „rechten Strukturen“ gelungen sei, Kundendaten zu stehlen. Bankverbindungen sollen nicht darunter sein.

Noch am selben Abend hatte sich ein anderer Kunde aus Oldenburg per Facebook bei der 39-Jährigen gemeldet, um sie zu warnen. Er hatte ihren Namen auf einer Liste entdeckt, den eine rechte Facebookgruppe öffentlich in Umlauf gebracht hatte – inklusive der Anschrift. „Ich dachte zuerst, das sei ein Scherz. Doch dann hatte ich in der Nacht Anrufe mit unbekannter Nummer auf meinem Handy “, sagt sie.

Die Polizei in Duisburg ermittelt inzwischen wegen „Computersabotage“. In einem Bekennerschreiben sei von einer Vergeltungsaktion und von 40.000 veröffentlichten Kunden-Adressen die Rede. Für die Ermittler könnte es schwierig werden, den Tätern im Internet auf die Spur zu kommen. „Es ist ja zum Beispiel die Frage, wo die Server stehen“, sagt ein Sprecher der Polizei Duisburg auf Nachfrage der NWZ.

Die Oldenburgerin hat ihren Fall bereits bei der Polizei angezeigt. „Weitere Anzeigen sind uns bislang nicht bekannt“, sagt Jens Hinrichs, stellvertretender Sprecher der Oldenburger Polizei. Betroffenen rät er, Drohnachrichten auf dem Handy mit einem Screenshot, also auf einem Foto, als Beweis zu sichern und sich an eine beliebige Polizeidienststelle zu wenden.

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) der Uni Potsdam teilte am Sonnabend mit, die gestohlenen und im Netz veröffentlichten rund 40.000 Kundendaten seien in seinen Online-Prüfservice „Identity Leak Checker“ (https://sec.hpi.de) integriert. Dort könne jeder Nutzer kostenlos durch E-Mail-Eingabe testen, ob seine damit verknüpften Identitätsdaten wie Namen, Passwörter, Kontoangaben oder andere persönlichen Informationen im Internet frei zugänglich seien.

Timo Ebbers
Ltg.
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2151

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