RETHORN/HENGSTERHOLZ - RETHORN/HENGSTERHOLZ/MTN/KONK - Zwei Einsätze für die Feuerwehr, reichlich Arbeit für den Bauhof, Verspätungen und Sachschäden, aber keine Verletzten. Das ist die Bilanz des ersten schweren Sturms in diesem Jahr in Ganderkesee.

Durch eine gerissene Oberleitung in Rethorn musste die Bahnstrecke Oldenburg-Delmenhorst gestern für rund fünf Stunden gesperrt werden. Durch dem Sturm war ein Baum auf der Bahnböschung entwurzelt und umgerissen worden. Dabei zerstörte er die Oberleitung. Zudem fuhr ein Gleisbauwagen in den Baum und wurde dabei leicht beschädigt. Die Feuerwehr Ganderkesee rückte mit zwei Fahrzeugen und sechs Mann Besatzung aus, musste sich aber mit der Sicherung der Bahnübergänge und -strecke begnügen.

Die Bahn setzte zwischen Hude und Delmenhorst Busse ein. Ab 16.16 Uhr war die Strecke über ein Gleis wechselweise in beide Richtungen wieder befahrbar. Die Reparatur der Oberleitung für das andere Gleis lief am späten Abend noch.

Kein Verständnis für das Krisenmanagement der Bahn hatten Reisende allerdings am Bahnhof Schierbrok. Bei Sturm und strömenden Regen, ohne ein Dach über dem Kopf, warteten sie an den Bahnsteigen vergeblich auf Anschlüsse in Richtung Bremen oder Oldenburg. Über Lautsprecher wurden sie zwar über die Streckensperrung und den Ersatzverkehr informiert. Eine genaue Ansage der Abfahrtszeiten blieb jedoch aus. „Es ist völlig ungewiss, wie lange ich hier noch zu warten habe. Da muss die Bahn doch schneller reagieren, schließlich ist das Unglück schon am Vormittag passiert“, meinte Monika Latz, die am Bahnhof eine Freundin ihrer Enkeltochter abholen wollte.

In Hengsterholz stürzte ebenfalls gegen 11 Uhr eine Buche auf einen Bullenstall. Dabei wurde das Dach beschädigt und eine Telefonleitung gekappt, die Tiere kamen nicht zu Schaden: Genau die Box unter dem Loch im Dach war frei. Die Telefonleitung wurde noch am Nachmittag repariert. Auch am Fußweg an der Platanenstraße kippte ein kleiner Baum umkippt.

Für Hans-Hermann Klaas und seine Kollegen vom Bauhof war der Tag zwar arbeitsreich, aber auch er musste keine weiteren Schäden vermelden. „So viel ich bisher weiß, ist kein Baum auf Gemeindegrund umgestürzt. Heute wird er sich allerdings noch einen schräg stehenden Baum in Bookholzberg anschauen, der wohl gefällt werden muss, allerdings „keine Gefahr darstellt“.