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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Richter fordert Niels H. zum vollen Geständnis auf

23.01.2015

Oldenburg Nach dem Schuldeingeständnis eines wegen Mordes angeklagten Krankenpflegers hat der Richter dem 38-Jährigen nahegelegt, die komplette Wahrheit zu sagen. Denn nichts wäre fataler, als wenn später etwas anderes herauskäme, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann am Donnerstag im Landgericht Oldenburg. Der frühere Pfleger hatte im Gespräch mit einem Psychiater zugegeben, 30 Patienten am Klinikum in Delmenhorst getötet zu haben. Angeklagt ist er wegen fünf Taten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, Patienten eigenmächtig ein Herzmedikament gespritzt zu haben, das schwere Komplikationen auslöste. Vor dem psychiatrischen Gutachter räumte er 90 Fälle ein. 30 Patienten starben. Es seien aber noch einige Fragen offen, betonte Bührmann. Nach einer Statistik der Polizei war die Todesrate am Klinikum in Delmenhorst in dem Zeitraum drastisch gestiegen - und zwar um mehr als die 30 zugegebenen Morde. Voraussichtlich Anfang Februar wird das Gutachten des Psychiaters vorliegen. Nachdem dieser vor Gericht ausgesagt hat, will die Kammer den Angeklagten befragen.

„Es kann auch sein, dass Sie etwas aus Scham zurückhalten, dass Sie etwas aus Verdrängung zurückhalten“, sagte Bührmann dem 38-Jährigen. Nur wenn er die Wahrheit sage, könne es eine Perspektive für ihn geben. Auch für die Familien der Opfer sei ein vollständiges Geständnis wichtig. Eine Sonderkommission der Polizei untersucht neben mehr als 170 Verdachtsfällen in Delmenhorst auch Todesfälle von Patienten an den anderen ehemaligen Arbeitsstätten des Angeklagten in Oldenburg, Wilhelmshaven und bei den Rettungssanitätern.

Der Angeklagte bestreitet, an anderen Orten als in Delmenhorst Patienten getötet zu haben. Ein vom Oldenburger Klinikum beauftragter Sachverständiger hatte jedoch festgestellt, dass es während der Dienstzeit des Pflegers auf der herzchirurgischen Intensivstation zwölf auffällige Todesfälle gegeben hatte. Er sagte vor Gericht aus, er sei bei sieben Patienten sicher, dass jemand diesen Kalium gespritzt habe, so dass sie wiederbelebt werden mussten.

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