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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Rocker-Boss tötet aus Notwehr

09.09.2005

OSNABRüCK OSNABRÜCK/LNI - Der Prozess um einen tödlichen Streit zweier rivalisierender Rockerbanden ist gestern am Landgericht Osnabrück mit einer Bewährungsstrafe für den Hauptangeklagten zu Ende gegangen.

Die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza bewertete die Tat als Notwehrhandlung. Den unerlaubten Waffenbesitz des 46 Jahre alten Chefs der Rockerbande „Bandidos“ ahndete die Kammer mit einer neunmonatigen Bewährungsstrafe. Vom Vorwurf des Totschlags wurde er in dem knapp neun Monate dauernden Prozess freigesprochen.

Der heute 46-Jährige hatte im Juli 2004 ein Mitglied der rivalisierenden Bande „Outlaws“ aus nächster Nähe mit einer Schusswaffe getötet. Der heute 20-jährige Sohn des Hauptangeklagten wurde vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen.

Ihm war vorgeworfen worden, mit einem Baseballschläger auf das am Boden liegende Opfer eingeprügelt zu haben. Nach Meinung der Richterin habe es keine Beweise dafür gegeben, dass der 20-Jährige – wie von Anklage und Nebenklage behauptet – mit einem Baseballschläger oder einer Axt auf das schwer verletzte Opfer eingeschlagen hatte. Das gehe eindeutig aus einem Gutachten hervor.

Der „Bandidos“-Chef hatte in der Tatnacht laut Gericht Alkohol getrunken und Marihuana geraucht. Weil es in der Vergangenheit wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Motorradclubs gekommen war, war er nach Ansicht der Richterin „sehr angespannt“.

Als er bemerkte, dass Mitglieder der verfeindeten „Outlaws“ in der Nacht auf seinem Grundstück waren, habe er zu seiner Waffe gegriffen und vor der Tür zunächst einen Warnschuss abgegeben. Kurz darauf sei das spätere Opfer plötzlich auf ihn losgegangen. Dabei schoss der 46-Jährige zwei Mal ab.

Laut Gericht gibt es einen ungeschriebenen Codex bei den Motorradgruppen, nicht auf dem Territorium einer konkurrierenden Gruppe aktiv zu werden. Im vorliegenden Fall hatten die „Outlaws“ versucht, sich im Osnabrücker Gebiet der „Bandidos“ einzurichten.

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Bandidos | Landgericht Osnabrück

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