Hannover/Cádiz - Während Rocker-Boss Frank Hanebuth nach seiner Freilassung aus spanischer Untersuchungshaft nicht in sein Anwesen auf Mallorca zurückkehren will, sorgen die Hells Angels in seiner Heimatstadt Hannover mit Machtgebaren für Diskussionen. Obwohl die Rockergruppe sich dort offiziell aufgelöst hatte, bauten sich 40 Hells Angels bei Bekanntwerden der bevorstehenden Freilassung mit Kutten und Motorrädern für ein Foto vor dem Rathaus auf.

Der 50-Jährige, der von Ermittlern als europaweit einflussreicher Rocker-Boss eingestuft wurde, konnte das Hochsicherheitsgefängnis im südspanischen Cádiz am Montagabend kurz vor 22 Uhr verlassen. Gegen eine Kaution von 60 000 Euro und die Auflage, sich täglich bei der spanischen Polizei zu melden, kam er bis zu einem Prozess auf freien Fuß. Die Behörden legen ihm die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Menschenhandel, Erpressung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Geldwäsche zur Last.