ROFFHAUSEN - Eine Explosion im Keller des Betriebsrestaurants auf dem TCN-Gelände Roffhausen, zehn Personen, die sich in dem weitläufigen, dreistöckigen Gebäude aufhalten und möglicherweise verletzt sind: So lautete am Sonnabend das Szenario einer Großübung aller drei Freiwilligen Feuerwehren im Schortenser Stadtgebiet gemeinsam mit DRK-Bereitschaft Schortens, THW Jever und Fliegerhorst-Feuerwehr. Stadtbrandmeister Gerd Zunken und sein Stellvertreter Egon Onken hatten die Herbstübung für rund 100 Einsatzkräfte ausgearbeitet.

„Dabei galt es, gleich mehrere Schwierigkeiten zu bewältigen“, erklärte Zunken: Zum einen hatten die Einsatzleiter mit schlechten Funkverbindungen zwischen den dicht stehenden Gebäuden zurecht zu kommen. So trafen sie sich alle paar Minuten zur Lagebesprechung. Zum anderen hatten die Helfer des THW die Aufgabe, den möglicherweise einsturzgefährdeten Kellerraum, wo sich die Explosion ereignet hatte, abzustützen. „Insgesamt hat alles gut geklappt“, meinte Zunken.

Während die Fliegerhorstfeuerwehr gemeinsam mit Accumer Feuerwehrleuten volles Rohr gab, um ein Übergreifen der – angenommenen – Flammen und Funkenflug von Halle 8 auf die Nachbargebäude zu verhindern, durchsuchten 26 Einsatzkräfte aller Wehren unter schwerem Atemschutz die gut 100 Räume nach Verletzten, die von Kindern und Jugendlichen der THW-Jugend Jever gemimt wurden. Zettel an den Blaumännern der Geborgenen gaben Art und Schwere ihrer Verletzung an, etwa „Rauchvergiftung, schwer hustend“.

„Wir üben nicht nur die Erstversorgung im Versorgungszentrum, sondern auch, die Verletzten auf die Krankenhäuser zu verteilen“, erläuterte Bernd Freese, stv. Bereitschaftsleiter der DRK-Bereitschaft Schortens. In Windeseile hatten seine Retter ein Zelt aufgeschlagen, wo die Verletzten versorgt und dann auf Krankenwagen verteilt wurden. „Würden wir alle nach Sanderbusch transportieren, gäbe es dort einen Versorgungsstau. Deshalb muss zuvor in allen Kliniken abgefragt werden, wie viele Verletzte sie gerade aufnehmen können“, erklärte Freese.

Bereits 46 Minuten nach Alarmierung waren alle „Verletzten“ geborgen und abtransportiert. „Das hat gut geklappt“, freute sich Freese. Der Einsatz war damit für die DRK-Einsatzkräfte allerdings noch nicht vorbei: „Auf eine Stunde Übung oder Einsatz folgen zwei Stunden zur Instandsetzung und Säuberung von Gerät“, so Freese.

Auch Stadtbrandmeister Zunken war stolz auf die reibungslose Zusammenarbeit aller Katastrophenschützer.

Zur Stärkung der Einsatzkräfte spendierte die Stadt Schortens Erbsensuppe für alle. „Das Übungsobjekt ist traumhaft, so etwas findet man nicht immer“, bedankte sich Zunken.

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