ROSTRUP - An einem der sehr heißen Julitage wollte die Rostruperin Helga Meyer sich gemeinsam mit Freunden in einem etwa 150 mal 50 Meter großen und 17 Meter tiefen Baggersee in Grabstede etwas Abkühlung verschaffen. Mit ihren Freundinnen Brigitte Bruns und Inge Mahlmann badete sie und erlitt aus unerklärlichen Gründen plötzlich einen Schwächeanfall. Zu dem Zeitpunkt war sie etwa 20 Minuten in dem angenehm temperierten Wasser.
Ihre beiden Mitschwimmerinnen bemerkten aus einiger Entfernung, dass etwas nicht stimme, denn „Helga lag wie leblos im Wasser“. Das alles passierte knapp 15 Meter vom Ufer entfernt. Beide Frauen schwammen sofort zu ihrer Freundin. Brigitte Bruns versuchte, die bewusstlose Frau festzuhalten, und Ilse Mahlmann schrie laut um Hilfe.
Diese Hilferufe hörte Uwe Theel, der an dem Baggersee eine Strandhütte hat. Er sprang sofort ins Wasser, um Hilfe zu leisten. Auch Ingo Finken hörte bei seinem Eintreffen am See die Hilferufe und schwamm sofort zu der Hilfesuchenden. Gemeinsam schafften sie es, die hilflose Frau ans Ufer zu bringen.
Der ganze Körper von Helga Meyer sei schon blau-violett angelaufen gewesen, dann aber stellten die Retter fest, dass „sie zum Glück noch röchelte und hustete“. Sie schüttelten die Gerettete, bis sie Wasser spuckte. „Unbewusst haben wir die richtigen Hilfemaßnahmen getroffen“, stellte Sabine Finken fest, die auch die Rettungsaktion aktiv unterstützte. Helga Meyer war wieder bei vollem Bewusstsein, kann sich an die Notsituation allerdings nicht erinnern. „Ich weiß nicht, was passiert ist“, bemerkte sie.
Währenddessen hatte der Platzwart bereits den Rettungsdienst gerufen. Mit einem Hubschrauber wurde sie ins Westersteder Krankenhaus geflogen, wo sie eine Woche blieb und nach einem gründlichen Check als „gesund entlassen“ worden ist.
Seelisch hat die Rostruperin ihren „Badeunfall“ noch nicht ganz verkraftet. Bei einer anschließenden kleinen Kreuzfahrt hatte sie anfangs Schwierigkeiten, ins Wasser zu schauen. Gebadet hat sie aber noch nicht wieder.
Jetzt hatte Helga Meyer ihre Retter zu Kaffee und Kuchen nach Rostrup eingeladen und bedankte sich bei ihnen mit Blumen für die geleistete Hilfe.
Das wäre für sie selbstverständlich gewesen, bekundeten die Retter.
