SANDKRUG - „70 Jahre, das ist eine lange Zeit, 70 Jahre kann ein ganzes Menschenleben sein, 70 Jahre können eine ganze Welt verändern – 70 Jahre lang ist Richard Baumüller der Feuerwehr ein treuer und engagierter Kamerad.“ Mit diesen Worten begann Bürgermeisterin Elke Szepanski am Donnerstag ihre Ansprache zur Ehrung von Richard Baumüller. Seit 1942 war er offiziell Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sandkrug. Tatsächlich sei er zwar schon 1940 eingetreten, in diesen Jahren habe es aber keine Buchführung gegeben. sagte Baumüller, der bis 1987 der aktiven Wehr angehörte und von 1943 bis 1987 Kassenführer war.
„Man muss schon mit der Lupe suchen, um im Landkreis einen Kameraden zu finden, der eine ähnlich lange und engagierte Feuerwehrlaufbahn vorweisen kann“, sagte Szepanski.
Zu den Gratulanten zählten auch die stellvertretende Landrätin Christel Zießler, der stellvertretende Kreisbrandmeister Gerd Wichmann, Gemeindebrandmeister Reiner Schröder, seine Stellvertreter Horst Schwindt und Gerhard Scholz, der Sandkruger Ortsbrandmeister Jürgen Dallmann und sein Stellvertreter Maik Schütte, Ehrengemeindebrandmeister Hans-Jürgen Wulf, die Ehrenortsbrandmeister Rolf Börner und Werner Gramberg und die stellvertretenden Bürgermeister Gabriele Müller und Manfred Huck.
Die Bürgermeisterin erinnerte daran, dass die ersten Jahre des heute 87-Jährigen in der Feuerwehr die Jahre des Krieges waren, in denen er viel Leid und Schrecken erlebt habe und würdigte seine besonderen Verdienste um das Sandkruger Ehrenmal, dessen Erhalt sich Baumüller immer besonders gewidmet hatte. Immer wieder habe Baumüller außerdem Radlader oder LKW zur Verfügung gestellt, wenn sie für Feuerwehreinsätze gebraucht wurden.
Gemeindebrandmeister Reiner Schröder überreichte Baumüller das Ehrenzeichen des Oldenburgischen Landesfeuerwehrverbandes für seine 70-jährige Mitgliedschaft in der Sandkruger Ortswehr und dankte ihm besonders dafür, dass er immer wieder auch die Jugendfeuerwehren mit seinen Schilderungen aus der Feuerwehrarbeit in seiner Jugendzeit beeindruckt habe.
Eine Kostprobe dieser wirklich eindrucksvollen Erzählungen gab Baumüller den im Rathaus versammelten Gästen, bevor er, seine Frau Ilse und weitere Gäste von Werner Gramberg in dem vor 70 Jahren in Dienst gestellten Löschfahrzeug der Dingsteder Wehr nach Sandkrug gefahren wurden. Dort wurden im Feuerwehrhaus noch zahlreiche Anekdoten aus den vergangenen Jahrzehnten Feuerwehrgeschichte ausgetauscht.
