SANDKRUG - Beim ehemaligen Verschiebebahnhof in Krusenbusch wurde ebenfalls gesucht. Nun sind die technischen und personellen Möglichkeiten ausgeschöpft.

Von Stephan Onnen

SANDKRUG - Vom seit Sonnabend vermissten Czeslaw Kieszkowski aus Sandkrug fehlt weiter jede Spur. „Wir haben alles Menschenmögliche getan“, sagte Polizeihauptkommissar Werner Wessels, der am Wochenende die Suche nach dem 84-Jährigen am koordiniert hatte. Mittlerweile kümmert sich Wessels’ Kollege Uwe Kolbe um den Fall. Kolbe ist bei der Polizei-Inspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land im Zentralen Kriminaldienst u. a. für Vermisstensachen und Todesursachenermittlung zuständig.

Nachdem am Sonnabend und Sonntag jeweils mehr als 150 Einsatzkräfte das Gelände nördlich von Sandkrug sowie den Truppenübungsplatz Bümmerstede erfolglos durchkämmt hatten, wird es weitere personalaufwändige Suchaktionen nicht geben. Sollte sich der aus Polen stammende 84-Jährige in dem Gebiet befinden, kann er nur noch per Zufall gefunden werden. Auch der weitere Einsatz von Hubschraubern mit Wärmebildkameras macht jetzt keinen Sinn mehr, weil sich unterkühlte bzw. erfrorene Körper nicht von der Umgebungstemperatur merklich abheben würden. Die Ermittler haben vorsorglich DNA-Material und Zahnarzt-Unterlagen gesichert, um den Vermissten im Bedarfsfall identifizieren zu können.

Am Wochenende sind sämtliche Möglichkeiten in Betracht gezogen worden: Eine Überlegung war, dass der 84-Jährige seine Wohnung am Bienenweg in Suizid-Absicht verlassen haben könnte. Er soll mehrfach davon geredet haben, seiner im Jahr 2002 verstorbenen Frau nachfolgen zu wollen. Auf dem Küchentisch fand sich eine handgeschriebene Handlungsanweisung für Hinterbliebene.

An der Suche war neben Polizei, Feuerwehr, Maltesern und Technischem Hilfswerk (THW) auch die Rettungshundestaffel Weser-Ems beteiligt. Insgesamt konnte die Einsatzleitung auf bis zu 16 Diensthunde zurückgreifen – Ergebnis: Fehlanzeige. Sogar ein See am Behrensweg ist vom THW per Boot abgefahren worden. Mit an Bord war ein Leichenspürhund, der jedoch nicht anschlug. Auch das Haus des 84-Jährigen wurde überprüft. Darüber hinaus waren Suchtrupps auf dem Gelände des ehemaligen Verschiebebahnhofs in Krusenbusch unterwegs – dort hatte der Vermisste früher als Eisenbahner gearbeitet. Weil Czeslaw Kieszkowski als sehr gläubig gilt, wurde nach ihm auch im Ortskern in der Nähe der Kirchen gesucht – ohne Erfolg. Über die Familie des Vermissten hat die Polizei versucht, Kontakt zu Kieszkowskis Heimat herzustellen – bisher gab es jedoch noch keine Rückmeldung aus Polen. Hinweise zum Verbleib des 84-Jährigen nimmt die Polizei unter 04407/9230 in Wardenburg oder 04431/9410 in

Wildeshausen entgegen.

Das Hauptkontingent der Suchmannschaft hatte die Feuerwehr gestellt: Beteiligt waren alle vier Ortswehren der Gemeinde Hatten, die am Sonnabend von ihren Kollegen aus Wardenburg sowie am Sonntag von den Ortswehren Littel und Achternmeer unterstützt wurden. Verpflegt wurden die Helfer vom THW, das für Kaffee, Brötchen und Bockwürste gesorgt hatte.