SATERLAND - Die Sedelsbergerin versorgte einen verletzten Rüden an der B 72. Vom Besitzer fehlt bisher jede Spur.
Von Thomas Neunaber
SATERLAND - Die Sedelsbergerin Jutta Veldkamp ist immer noch fassungslos: Was sind das bloß für Menschen, die achtlos an einem schwer verletzten Tier vorbeifahren. Am vergangenen Sonntagmorgen hatte sie bei einer Fahrt auf der B 72 in Höhe der Ortschaft Strücklingen den am Straßenrand kauernden, schwer verletzten Mischlingshund aufgelesen und die Polizei informiert.
Das Tier war offenbar von einem Auto angefahren und im Beckenbereich verletzt worden. Außerdem blutete der Mischling aus dem Maul. Während der einen Stunde, die ich auf die Polizei gewartet habe, hat nicht ein Autofahrer angehalten, um uns zu helfen, schüttelt die Sedelsbergerin den Kopf.
Erbost ist die Frau auch über den Autofahrer, der das Tier angefahren hatte und anschließend Fahrerflucht beging. Man merkt doch, wenn man ein Tier anfährt. Dann einfach weiterzufahren, das ist einfach schäbig, schimpft Jutta Veldkamp, die selbst Hundehalterin ist und mit dem verletzten Tier mitfühlte.
Die Polizei brachte den verletzten Rüden schließlich zum Ramsloher Tierarzt Frank Altehans, der den Hund notärztlich versorgte. Das Tier befand sich in einem Schockzustand und war völlig unterkühlt. Der Hund muss stundenlang am Straßenrand gelegen haben, so der Ramsloher Tierarzt. Bei der Untersuchung stellte Altehans einen komplizierten Trümmerbruch fest, der nur von einem Spezialisten operiert werden kann. Nun sucht die Polizei den Halter des Mischlings mit schwarzem Fell, Schlappohren und grauem Brusthaar (Hinweise unter 04491/93160). Zwei potenzielle Halter hatten sich schon gemeldet. Doch dabei stellte sich heraus, dass keiner der Besitzer des Vierbeiners ist. Sollte der Besitzer nicht auftauchen, werden Tierpaten gesucht, die sich des Tieres annehmen.
Eine Frage ist auch, wer die Tierarztkosten von mindestens 350 Euro für den Hund übernimmt, damit der Vierbeiner sich wieder ohne große Einschränkungen bewegen kann. Deshalb hofft Retterin Veldkamp wenn nicht auf Paten, so zumindest auf tierliebe Spender, damit der verletzte Vierbeiner nicht für sein unverschuldetes Schicksal bis ans Ende seines Lebens bezahlen muss. Eine Behandlung hätte der Rüde verdient, sagt Frank Altehans.
