Rastede - Mit rund 30 Kameraden und fünf Fahrzeugen ist die Freiwillige Feuerwehr Rastede am Freitagabend zum Bahnübergang am Stellmoorweg in Rastede ausgerückt. Ein Pkw hatte eine Hubschranke umfahren und war mit einer Nordwest-Bahn kollidiert. Dabei gab es zwei Verletzte, der Zugführer stand unter Schock. Natürlich war das Szenario nicht echt. Die Einsatzkräfte probten lediglich für den Ernstfall auf den Schienen nahe des Bahnübergangs.
Die Nordwest-Bahn war in diesem Fall ein Bagger und die „Verletzten“ wurden vom Deutschen Roten Kreuz Apen gespielt. Als Beobachter waren Stephan Halm (Bezirksleiter Betrieb DB Netz AG) und Bernhard Overberg (Notfallmanager DB Netz AG) vor Ort. Letzterer gehört zum Bereitschaftsdienst der Bahn und wäre im Ernstfall dafür zuständig, dass keine weiteren Züge den Unfallort erreichen können.
„Zuvor hat in Rastede noch nie so eine Übung auf den Schienen stattgefunden“, sagte Hauptfeuerwehrmann Stefan Wichmann. Normalerweise müsse man auf stillgelegte Gleise ausweichen. Im Zuge des Ausbaus der Eisenbahnstrecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven und den damit verbundenen Sperrungen konnte die Übung dieses Mal in Rastede stattfinden.
Zum ersten Mal am Freitag im Einsatz war auch ein spezielles Schienenfahrzeug der Rasteder Kameraden. „Wir haben es erst dieses Jahr von der Gemeinde bekommen“, sagte Stefan Wichmann. „Es hat sozusagen Premiere gefeiert.“ Das Fahrzeug hat Rollen, mit denen es auf Schienen geschoben werden kann. Damit konnten die Kameraden am Freitag die „Verletzten“ von den Bahnschienen rollen.
Zuvor mussten sie jedoch erst einmal den Unfallort mit einem „Powermoon“ ausleuchten und die „Verletzten“ aus dem Auto befreien. Die Scheiben des Autos klebten die Einsatzkräfte ab, damit beim Zerschlagen des Glases keine Splitter auf die „Unfallopfer“ fallen konnten.
Zerschlagen wurden die Scheiben mit Hilfe eines Federkörners. Eines der „Unfallopfer“ konnte relativ schnell geborgen werden. Für die Bergung des anderen war es notwendig, dass die Feuerwehrmänner das Dach des Wagens abnahmen. Auf Tragen wurden die „Verletzten“ auf das Schienenfahrzeug gelegt und anschließend zur Sammelstelle gebracht. Diese war am Freitag der Einsatzleitwagen.
Am Ende der Übung dankte Stefan Wichmann allen Kameraden und Mitwirkenden für ihren Einsatz.
