SCHIERBROK - Der demografische Wandel stellt die ganze Gesellschaft vor Herausforderungen – und damit auch die Feuerwehren: Wie ernst die Lage werden könnte, stellte Bernd Seemann, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor, am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus dar.
Zuzug hilft nicht weiter
Im Löschbezirk Schierbrok-Schönemoor, so Seemann, gebe es zwar keine Landflucht wie anderswo, sondern im Gegenteil eine „Landzuflucht“ – aber durch den Zuzug komme „keine Frau und kein Mann mehr“ zur Freiwilligen Feuerwehr. Die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Einsatz gehe zurück, was durch höhere Belastungen am und weitere Wege zum Arbeitsplatz noch verstärkt werde. Und durch die Aussetzung der Wehrpflicht schwinde nun noch ein Anreiz, sich bei den Brandbekämpfern zu verpflichten, beklagte Seemann.
Eine „beständige Ehrenamtlichkeit für die Zukunft“ müsse gefestigt werden, forderte der Ortsbrandmeister. Die Feuerwehren machen das zum Beispiel, indem sie schon in Kindergärten und Grundschulen ihre Arbeit vorstellen. Doch weiterführende Schulen mit Jugendlichen, die im richtigen Alter für die Jugendfeuerwehr sind, gebe es in Schierbrok und Schönemoor nicht. Hinzu komme, dass durch die Werbung in eigener Sache neben dem üblichen Dienst- und Einsatzbetrieb „das Leistungslimit der Kameradinnen und Kameraden“ bald überschritten werde.
„Leider nicht finanzierbar“
Vehement forderte Bernd Seemann Unterstützung durch die Politik. „Nur die Schaffung einer Ehrenamtskarte“ werde aber nicht ausreichen. Der Kreisfeuerwehrverband Oldenburg-Land habe jetzt eine Feuerwehrrente angeregt. „Damit würde ein erster Schritt getan, um zu zeigen, dass Ehrenamtlichkeit nicht nur in Worten, sondern auch in Taten Anerkennung findet.“ Leider werde dieser Vorschlag bisher als „nicht finanzierbar“ von den Verantwortlichen abgelehnt. Seemanns Appell an die Politik: „Das Projekt darf nicht aus den Augen verloren werden .“
