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FRAGE:
Herr Dr. Brand, Weinbergschnecken werden vielen als Vorspeise schmecken. Doch was ist mit den vielen Schnecken im Garten?
BRAND
: Die sind vielleicht für indische Laufenten ein interessanter Leckerbissen. Menschen sollten Sie aber besser nicht verspeisen, denn es handelt sich meist um Nacktschnecken, die reine Pflanzenfresser sind, während Gehäuseschnecken sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial und Blättern ernähren.
FRAGE:
Ist es normal, dass zurzeit sehr viele Schnecken im Garten zu finden sind?
BRAND
: In feuchten und warmen Phasen, wie jetzt, sind besonders viele Schnecken aktiv. Es handelt sich um Weichtiere ohne besonderen Verdunstungsschutz. Sie müssen mit ihrem Wasser sehr gut haushalten und sind daher nachtaktiv, wenn es kühler ist und Tau fällt.
FRAGE:
Welche Schäden können Schnecken anrichten?
BRAND
: An allen Gartenpflanzen können sie Schäden bis hin zum Kahlfraß anrichten. Vom Salat bis zum Kaktus ist nichts vor ihnen sicher. Weniger gefährdet ist alles Hartlaubige, wie zum Beispiel Rhododendren.
FRAGE:
Wie kann man sich vorbeugend schützen?
BRAND
: Grundsätzlich werden immer Schnecken im Garten zu finden sein, sie gehören einfach zur Natur. Wer besonders empfindliche Bereiche schützen will, sollte sie mit einem Schneckenzaun abgrenzen, der so geformt ist, dass ihn die Tiere nicht überwinden können.
FRAGE:
Und was ist mit dem Einsatz chemischer Mittel?
BRAND
: Das wohl bekannteste Mittel ist Schneckenkorn in unterschiedlichen Formen. Wichtig sind bei der Anwendung jedoch die richtige Auswahl des Wirkstoffes und die Dosierung.
FRAGE:
Wohin mit den Schnecken, wenn man sie mit der Hand einsammelt.
BRAND
: Bitte nicht in Nachbars Garten. Sinnvoll ist es, sie mit einem Spaten zu zerteilen oder mit kochendem Wasser zu übergießen. Salz bringt einen langsamen Tod.
Dr. Thomas Brand
ist Fachreferent für Pflanzenschutz bei der Landwirtschaftskammer in Niedersachsen. Der 42-Jährige beschäftigt sich insbesondere mit Schaderreger-Diagnose sowie Beratung und Versuchen im Pflanzenschutz.