Oldenburg - Ende des Monats soll das Haarenufer Fahrradstraße werden. So hatte es die Stadtverwaltung Anfang Oktober angekündigt (NWZ  berichtete). Doch schon an diesem Wochenende mussten sich die Autofahrer in der Lindenallee umstellen und am Montag auch jene in der Ratsherr-Schulze-Straße: Vorfahrt für die Radler auf dem Haarenufer.

Schon bevor das Haarenufer also offiziell als Fahrradstraße deklariert wird, haben die Radfahrer nun an den beiden Kreuzungen bereits Vorfahrt. Etwa 30 Meter weiter werden die Autofahrer dann an den Einmündungen in die Ofener Straße von jeher ausgebremst.

Größere Probleme oder mehr Unfälle befürchtet Siegfried Eilers, Sachbearbeiter der Polizei, durch die Veränderung der Vorfahrt nicht. Ihn überraschte nur, dass die Stadt jetzt schon diese Schilder aufgestellt hat. „Alles Neue ist zu Anfang ungewohnt“, sagt er. „In den ersten vier bis sechs Wochen wird sich zeigen, ob es hier zu Schwierigkeiten kommen wird.“ Eilers verweist darauf, dass das Phänomen der querenden Radfahrer an diesen Kreuzungen nicht neu sei.

Besonders zu Stoßzeiten – etwa zu Schulbeginn oder Schulschluss der umliegenden Gymnasien – hätten sich Pulks von Radfahrern hier die Vorfahrt ohnehin schon gesichert, schildert der Verkehrsexperte. Zu lange Rückstaus Richtung Ofener Straße befürchtet er nicht, da die Autofahrer ausweichen könnten. Er setzt darauf, dass manche Autofahrer sich künftig sogar eine neue Strecke wählen.

Wie Stadtsprecher Andreas van Hooven auf Anfrage mitteilt, wird die Vorfahrt – mit Ausnahme von Zuggraben und Herbartstraße – auch bei allen anderen Straßeneinmündungen in den kommenden Tagen geändert. Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen müssen seinen Worten zufolge immer parallel geändert werden.