Schortens - „Wir spielen hier in der gleichen Liga wie die Serengeti oder der Grand Canyon, nur so große Tiere wie Elefanten und Löwen haben wir hier nicht. Das Wattenmeer ist aber auch Weltnaturerbe“, erläuterte sichtlich stolz Sybille Barkmann vom Wattenmeerhaus: 203 Gäste aus Schortens hatte sie an Bord der „Harle Kurier“, um die Bedeutung der Küstenlandschaft an der Nordsee kennen zu lernen.
An Bord: Schortenser Bürger, Migranten und die Schortenser Integrationslotsen. Und es sollte nicht einfach nur ein Ausflug sein. Ganz bewusst hatten die Lotsen auch die Bürger eingeladen, die vielleicht nicht viel Kontakt zu Migranten haben. „Sich kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen waren auch Ziele“, sagte Gisela Sandstede, Vorsitzende der Lotsen. Und das gelang ganz gut auf dem fast voll besetzten Schiff.
Da war es dann schon ein Höhepunkt, als die „Peter Harig“ von den Seenotrettern nicht nur überholte, sondern auch gleich zwei Ehrenrunden um das Schiff drehte. Das gab jedem die Gelegenheit, den Seenotrettern ausgiebig zuzuwinken.
Doch dann wurde es doch noch eine Forschungsreise: Die Mitarbeiter des Wattenmeerhauses holten ein kleines Netz ein, das die „Harle Kurier“ eine Weile mitgeschleppt hatte. Und da wurde es richtig spannend. Alles, was sich so am Meeresgrund tummelt, setzten sie in kleine Schauaquarien und erklärten den Besuchern das Leben im Meer.
Leuchtende Augen gab es besonders bei den Kindern. Eine Krabbe anfassen oder einen Seestern in die Hand zu nehmen oder zu erfahren, wie ein Seestern eine Miesmuschel knackt – sie stülpt ihren Magen nach außen über die Muschel, verdaut sie vor und kann dann die Schale öffnen – das war auch schon ein besonderes Erlebnis. Das vermittelten die Biologen Lennart Bark und Dr. Alexander Stollenz. Kostenlos war dieser Ausflug, weil der Verein „Bezahlbare Energie“ großzügig die Rechnung übernommen hatte.
