SCHORTENS - Anlieger des Eschenwegs und südlich der Heinrich-Tönjes-Straße fürchten um Heidmühles ökologisch wertvolle „grüne Lunge“ zwischen dem an der Bundesstraße 210 angrenzenden Gewerbegebiet II (Branterei) und ihrer rund einen Kilometer entfernt liegenden Wohnsiedlung. Nach Vorschlägen des von der Stadt Schortens beauftragten Planungsbüros Mosebach könnten dort rund 20 Hektar Natur für Wohnbebauung und für die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets II weichen.

Ausgangspunkt ist der Flächennutzungsplan, der nach vielen Jahren zurzeit grundlegend überarbeitet wird und in dem auch neu festgelegt wird, wo die Stadt Erweiterungpotenzial u. a. für Wohnungsbau und Gewerbeflächen hat. Utta Schüder von den Grünen wie auch der langjährige SPD-Ratsherr Dieter Steudte, selbst Anlieger des Eschenwegs, kritisieren neben dem möglichen Naturfrevel auch den langen Ausschluss der Öffentlichkeit bei den Planungen.

„Selbst wenn die neue Bundesstraße eine Entwertung dieses wertvollen Naturraums darstellt, so bleibt wertvolle ,Restnatur’ mit Hoch- und Niedermoorböden, auf denen nicht nur der vom Aussterben bedrohte Moorfrosch seinen Lebensraum hat“, so Schüder. Dieser Raum mit hohem Grundwasserstand sei zudem das letzte Stück unbebauter Fläche im Trinkwassereinzugsgebiet des Wasserwerks Feldhausen.

Nach dem regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises handelt es sich dort um ein „Vorranggebiet für die Trinkwasserversorgung“ und für „ruhige Erholung“, dessen Wert zu sichern und zu verbessern sei. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens seien dort auch Ausgleichsflächen für die neue B 210 festgeschrieben.

„Wir Anlieger müssen schon die Qualitätsminderung unseres Wohnumfelds durch den Straßenneubau und den künftigen Verkehrslärm ertragen“, sagt Steudte. „Dass jetzt auch noch große Teile aus der Parkanlage der Natur entzogen werden und zubetoniert werden, nehmen wir nicht kritiklos hin.“

Die Anlieger haben nun ihrerseits der Stadt einen Vorschlag unterbreitet, die geplante Nutzungsänderung zu reduzieren. Sie beantragen, dass für die jetzige Fläche ein Planungskonzept als Landschaftspark mit der Thematik „Moor-Marsch-Geest-Heide“ entwickelt werden soll. In Schortens gebe es genug Flächen für Wohnbebauung und viele leer stehende Häuser, meint Anlieger Klaus Schmieder. Und Steudte ergänzt: „Wenn Schortens ,anerkannter Erholungsort’ werden will, muss statt Bodenversiegelung eine gezielte Förderung von Flora und Fauna in diesem ortskernnahen Gebiet weit oben auf der Agenda stehen.“