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Sechsmal die Woche den selben Eintopf

11.08.2014

Cloppenburg Kochen wie früher – das wollten die Drittklässer der Grundschule Renkenberge-Wippingen im Museumsdorf Cloppenburg. Dazu zündet Silke Bruns erstmal ein Feuer an – im Haus. Denn einen Herd gab es vor 200 Jahren in den meisten Höfen hier in der Gegend noch nicht. Nur eine mit Steinen gepflasterte Feuerstelle auf dem Boden.

„Das hier ist ein so genanntes Rauchhaus“, erklärt Silke Bruns vom Museumsdorf. „Diese Häuser haben keinen Schornstein, weil die Bauern den Rauch benötigten, um damit das Getreide zu trocknen, das auf dem Dachboden darüber gelagert wurde. Außerdem wurden damit Schinken und Würste geräuchert.“ Die Wand hinter der Feuerstelle und die Zimmerdecke darüber sind auch ganz schwarz vom Ruß.

„Heute weiß man, dass ein Schornstein wichtig ist, damit der Qualm und der Rauch abziehen können“, sagt Silke Bruns. „Früher haben viele Leute Lungenkrankheiten bekommen, weil sie so viel Zeit in dem verrauchten Haus verbrachten.“ An diesem Tag geht es, das Feuer brennt ganz gut und zwei geöffnete Türen sorgen für frische Luft. Trotzdem beißt der Rauch manchmal in den Augen.

Kartoffeln eher selten

„Wir kochen heute Eintopf. Was denkt ihr, was da alles reinkommt“, fragt Silke Bruns. „Möhren“, schlägt ein Kind vor. Das ist richtig. „Kartoffeln“, meint ein anderes. „Die waren hier vor gut 200 Jahren noch nicht so verbreitet“, erläutert Silke Bruns. „Die Menschen mussten das essen, was gerade da war. Das war im Sommer vor allem Weißkohl und im Winter sehr oft Grünkohl.“ Außerdem kommen noch Zwiebeln, ein bisschen Speck und Hafergrütze zum satt machen in den Eintopf. „Gewürzt wurde mit Salz. Aber Salz musste gekauft werden und war teuer. Deshalb waren die Menschen früher sparsam mit Salz“, sagt Silke Bruns.

Mit Brettchen und Messern bewaffnet, beginnen die Mädchen und Jungen zu schnippeln. Währenddessen wird das Wasser in einem Topf über dem Feuer heiß. Direkt über den Flammen steht eine Feuerstülpe. Diese sieht aus wie ein umgedrehter Feuerkorb.

„Die Feuerstülpe sollte verhindern, dass die Kinder zu nah ans Feuer kommen. Und dass die Katzen nachts mit ihrem Schwanz in die Glut geraten. Die Katzen sind dann nämlich vor lauter Angst auf den Dachboden gerannt. Dort lagerte aber das Heu und Stroh. Wenn das Feuer fing, brannte ganz schnell ein ganzes großes Hofhaus ab“, erzählt Silke Bruns.

Das Haus, in dem die Schüler kochen ist wirklich groß. Es ist der Haake Hof – ein niederdeutsches Hallenhaus. Das heißt so, weil es aussieht wie ein Halle. Durch das Tor konnte der Bauer mit seinem Pferdegespann ins Haus fahren. Das Stroh vom Wagen konnte von da aus gleich auf den Dachboden gehoben werden.

Topf wie Zauberkessel

Rechts und links von der Halle sind die Kuhställe. Im hinteren Teil der Halle befindet sich die Feuerstelle und daran schließen sich die Schlafräume der Bauersfamilie an.

Über der Feuerstelle hängt an einem Schwenkarm ein großer Topf, in dem inzwischen das Wasser kocht. Der Topf sieht eher aus wie ein kleiner Zauberkessel. Alle Zutaten für den Eintopf kommen hinein. „Früher gab es diesen Eintopf von Montag bis Samstag. Er wurde immer wieder aufgewärmt“, erzählt Silke Bruns.

Schließlich darf jeder mal probieren. Das Essen von früher ist nicht so ganz nach dem Geschmack der meisten Kinder von heute. Das Schwarzbrot, das es zum Eintopf gibt, finden aber viele lecker.

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