SEEFELD - Der Alarm, der gegen 19.39 Uhr bei der Freiwilligen Feuerwehr Seefeld einging, benannte einen Zimmerbrand im Seminarhotel Kunze-Hof mit mehreren eingeschlossenen Menschen. Bereits zwei Minuten später rückte das erste Fahrzeug aus.

Vor Ort wurde sofort die Wasserversorgung für das Tanklöschfahrzeug erstellt. Zeitgleich rüstete sich ein Trupp unter schwerem Atemschutz aus und ging ins Gebäude, um Menschen zu retten. Wie vom Hotelbetreiber Reiner Kunze mitgeteilt wurde, waren sechs Leute in den oberen Geschossen eingeschlossen. Ab dem zweiten Obergeschoss sollte die Sicht gleich null sein. Der Ortsbrandmeister der Seefelder Wehr, Jürgen Böning, forderte sofort die Wehren Stollhamm und Reitland zur Unterstützung an. Insgesamt vier Trupps mit Atemschutzgerätemasken drangen in das Gebäude ein und durchsuchten es systematisch.

„Für die Atemschutzgeräteträger was es nicht ganz einfach, sich im Gebäude zurechtzufinden“, kommentierte Henning Belitz, Atemschutzwart, die knifflige Situation. Um die Kameraden vor eine realistische Situation zu stellen und Beobachtern eine gute Sicht zu verschaffen, trugen sie die neuen Blendmasken, die erstmals eingesetzt wurden. Diese Masken haben den großen Vorteil, dass man das Gebäude bei einer Übung nicht mehr vernebeln muss. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, die eingebauten Fluchtreppen und Leitern zu benutzen. So führte der eine Fluchtweg über das Dachgeschoss direkt auf das Dach mit außenliegender Fluchttreppe. Der starke Wind und der Fluchtausstieg in 15 Metern Höhe waren eine Herausforderung für die Kameraden. Vier vermissten Personen, dargestellt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, wurden über diesen Fluchweg aus dem Gebäude evakuiert. „Für die Jugendlichen war es eine tolle Sache, einmal so in ein Einsatzgeschehen zu sehen“, sagte Hennig Belitz, der die gesamte Übung ausgearbeitet hatte. Ein Dummy wurde aus dem zweiten Stock auf den Sprungretter geworfen.

Nach 1,5 Stunden war die Übung beendet. 56 Rettungskräfte, davon 15 Atemschutzgeräteträger, und zehn Fahrzeuge waren beteiligt. Die Feuerwehrkameraden fanden sich zur Nachbesprechung im Seefelder Gerätehaus ein. Der Gemeindebrandmeister Thomas Helms war mit der Einsatzübung grundsätzlich zufrieden und benannte auch die Fehler. Den Worten des Gemeindebrandmeisters schloss sich der Ortsbrandmeister Jürgen Böning an. Lars Stratmann von der Feuerwehr Rodenkirchen erklärte den anwesenden Kameraden anschließend noch einmal den Umgang mit der Wärmebildkamera. Derzeit gibt es im ganzen Landkreis Wesermarsch nur drei Kameras.