SILLENSTEDE - SILLENSTEDE - Zwei Jugendliche haben fahrlässig den Brand verursacht, bei dem am Donnerstagabend ein Wohnhaus am Kanngießerweg in Sillenstede in Flammen aufging (die NWZ berichtete). Das hat der Brandursachenermittler Herbert Steinhagen aus Wittmund erklärt.
Demnach haben zwei 14 und 15 Jahre alte Jugendliche in der Garage an einem Tisch gesessen und geraucht. Einer der Jungs habe die glimmende Kippe auf den Betonboden geworfen und beim Aufstehen einen kleinen Behälter mit Benzin umgestoßen. Der Kraftstoff sei ausgelaufen und habe sich an der Glut der Zigarette sofort entzündet. „Das war gerade mal eine Getränkedose voll Sprit“, sagt Steinhagen. Die Benzinlache habe sich dann in Richtung mehrerer in der Garage aufbewahrter Kartons mit Büchern und Kleidung ausgebreitet und diese ebenfalls sofort entzündet.
Ein erster Versuch, die Flammen auszutreten, schlug fehl. Als die Jungs das Garagentor öffneten und nach draußen flüchteten, habe der frische Sauerstoff das Feuer weiter entfacht. Während einer der Jungs den Nachbarn und die Feuerwehr alarmierte, versuchte der andere, mit Wasser aus dem Gartenschlauch die Flammen zu löschen. Auch das misslang.
Personen wurden durch den Brand nicht verletzt. Der Sachschaden indes ist beträchtlich: Nach ersten Schätzungen beziffern Sachveständige den Schaden auf rund 200 000 Euro. Die Doppelgarage und der Dachstuhl des angrenzenden Wohnhauses sind total zerstört, die Betondecke ist stark beschädigt. In der unteren Wohnung hat das Löschwasser beträchtliche Wasserschäden angerichtet. Das auf der anderen Seite angrenzende Einfamilienhaus ist durch Rauch und Hitzeentwicklung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden.
Beim Eintreffen der Ortswehr hatte das Feuer bereits auf den Dachstuhl des Zweifamilienhauses übergegriffen. Zur Unterstützung wurden die Wehren aus Schortens und Accum alarmiert. Insgesamt waren 40 Brandbekämpfer vor Ort, die Kreisstraße 93 – die Ortsdurchgangsstraße Sillenstede in Richtung Grafschaft – war zwei Stunden lang gesperrt.
Durch den Wohnhausbrand mussten zehn Personen – darunter vier Kinder – umquartiert werden.
