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Mehrere Fahrzeuge auf A28 verunglückt – Teilsperrung
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Aktualisiert vor 9 Minuten.

Unfall In Oldenburg
Mehrere Fahrzeuge auf A28 verunglückt – Teilsperrung

NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

„Rauch bedrohlich und unheimlich“

20.09.2018

Sögel /Stavern Mittwochvormittag in Sögel. Der Wind weht mit kräftigen Böen durchs beschauliche Ortszentrum der Gemeinde im Kreis Emsland. In einem Café sitzen drei Anwohner und diskutieren aufgebracht über den Moorbrand. „Jetzt hat der Wind gedreht, aber ich habe immer noch ein Kratzen im Hals“, sagt einer. Es stimmt: Der Rauch hat sich verzogen – zumindest an diesem Vormittag. „Stellenweise konnte man keine 50 Meter weit mehr gucken“, wirft ein anderer ein, und die drei Männer nicken mit dem Kopf. In den Häusern, in denen am Dienstagnachmittag doch ein Fenster offen gewesen sei, rieche es noch immer. Die drei Sögeler werden deutlich: „Dass so etwas passiert, ist eine Schande: Die schießen da draußen ins Moor, obwohl alles knochentrocken ist.“

Nächster Ort, ähnliche Situation. Auch in Groß Stavern hat sich der Rauch am Mittwochvormittag verzogen. Aber: „Der Wind ist wieder da, die Hitze ist wieder da“, sagt Rita Eikens aus Stavern. „Es ist wie gestern. Wir haben wieder Angst.“ Am Dienstag sei es „schrecklich“ gewesen. „Man konnte nicht nach draußen gehen, man konnte draußen nicht mehr atmen.“ Selbst die Hunde seien freiwillig im Haus geblieben. Durch den Qualm sei es im Ort nebelig gewesen. „Es war bedrohlich und unheimlich“, sagt Rita Eikens. „Die Leute fuhren mit Nebelschlussleuchten durchs Dorf“, berichtet sie. Eine spezielle Information für Anwohner habe es nicht gegeben, auch sie habe nur die Nachrichten im Radio gehört.

„Ich war gestern im Auto von Meppen nach Sögel unterwegs und hatte meine Kinder dabei“, berichtet Claudia Krallmann aus Sögel. Dabei sei sie auch durch Stavern gefahren: „Die Kinder hier hatten Angst. Sie konnten nicht mehr atmen.“

In Stavern ist der nahegelegene Moorbrand allgegenwärtig. Direkt im Ortskern ist eine Führungsstelle des Technischen Hilfswerks (THW) mit mehreren weißen Wagen eingerichtet. Mindestens 20 große blaue Einsatzwagen des THW sind überall im Ort verteilt. Sie kommen aus Meppen, Braunschweig, Lingen, Papenburg oder Syke. Über die Durchfahrtsstraße wurde eine Brücke für die Wasserversorgung gebaut.

Ein paar Kilometer weiter pumpt ein Team der Werkfeuerwehr der Raffinerie Lingen Wasser aus der Radde. 24 000 Liter pro Minute. Die Einsatzkräfte der verschiedenen Organisationen arbeiten Hand in Hand.

Seit vergangenem Freitag helfen auch die kommunalen Feuerwehren denen der Bundeswehr und den Berufswehren. Am Mittwochmittag waren 238 Einsatzkräfte im Einsatz, sagt Lambert Brand, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Sie kommen auch aus Wittmund, Aurich und dem südlichen Emsland. Auch Kräfte der Raffinerie Lingen und der Berufsfeuerwehr Osnabrück sind vor Ort. Während des heftigen Qualms am Dienstag wurde sogar in Stavern mit Atemschutzgeräten gearbeitet, wie Lambert Brand berichtet.

Das große Problem: Moorbrände seien schwer zu löschen, weil die Flammen sich unterirdisch weiter ausbreiteten, erklärt der Sprecher. Teilweise entwickele sich das Feuer in einigen Metern Tiefe weiter. Regen helfe, den Brand an der Oberfläche einzudämmen und die Luft zu reinigen. Doch unterirdisch schwele der Brand weiter. Einzig positiv: „Bei dem Feuer werden nur Torf und andere organische Stoffe verbrannt – das sind keine Gefahrenstoffe.“ Der Rauch belästige zwar und sei unangenehmen, aber er stelle keine Gefahr dar.

Trotzdem scheinen sich die Helfer auf einen längeren Einsatz einzustellen: Im weniger Kilometer entfernten Klein Stavern ist eine Zeltstadt des THW aufgebaut worden. Auf den Straßen rund um das 19 200 Hektar große Gebiet der Bundeswehr sind unzählige Fahrzeuge des THW, der Feuerwehr und auch der Bundeswehr unterwegs. Auch Rauch – mal eher weiß und dicht, mal dunkler oder bläulich gefärbt – ist von einigen Stellen aus zu sehen.

Am Mittwoch weht der Wind bis nachmittags günstig – zumindest für die Einwohner in Stavern und Sögel. Dafür ist der Qualm in den nördlich des Geländes gelegenen Städten wie Papenburg, Leer und Aurich zu riechen.

Lesen Sie mehr zum Moorbrand in Meppen unter www.NWZonline.de/moorbrand-meppen

Ellen Kranz
Redakteurin
Regionalredaktion
Tel:
0441 9988 2051

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