Blexersande - Der stechende Geruch lässt nichts Gutes erahnen. Sobald eine Lücke im dichten Schilfgürtel gefunden und ein freier Blick auf die Wasserfläche möglich ist, bestätigt sich der Verdacht: Am gesamten Uferbereich des großen Sees am Sandinger Weg treiben tote Fische im seichten Wasser. Neben vielen Weißfischen in allen Größenvariationen sind Hechte und über einen Meter lange Aale dabei. Die Tiere sind erstickt, weil der Sauerstoffgehalt im Wasser zu gering ist. Der Leiter des Ordnungsamtes im Nordenhamer Rathaus, Rudolf Müller, spricht von „witterungsbedingten Umständen“.
Kadaver eingesammelt
Das genaue Ausmaß des Fischsterbens in dem Gewässer, das zum Blexersander Seenpark II gehört, ist noch noch nicht bekannt. Aber fest steht bereits, dass Hunderte von Fischen an dem Sauerstoffmangel verendet sind. Am Montagnachmittag haben Mitarbeiter des städtischen Bauhofs damit begonnen, die Kadaver einzusammeln und in Behälter zu verfrachten, damit eine Tierverwertungsfirma sie abholen kann.
Als die Stadtverwaltung den Hinweis auf das Fischsterben bekam, gingen die zuständigen Mitarbeiter zunächst davon aus, dass der Angelsee im Seenpark I gemeint sei. Dort hat es schon öfter Probleme mit der Sauerstoffzufuhr in Hochsommerphasen gegeben. In der Folge ließ die Stadt die Uferbepflanzung zurückschneiden, um mehr Wind und damit mehr Bewegung auf und in das Wasser zu bekommen (die NWZ berichtete). Doch diesmal ist ein Seenpark-Gewässer an der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße 212 betroffen.
Dieser See ist durch seine Brutinseln für Flussseeschwalben bekannt. Der Naturschutzverein Nordenham hat die Eilande angelegt und sich dafür eingesetzt, dass dort nicht geangelt werden darf. Entsprechend handelt es sich bei diesem See auch nicht um ein Pachtgewässer des Fischereivereins Butjadingen. Trotzdem haben sich die Fischer nach Angaben des Ordnungsamtsleiters Rudi Müller bereit erklärt, bei der Lösung des Problems mitzuhelfen.
Als Sofortmaßnahme hat die Stadtverwaltung die Feuerwehr am Montag beauftragt, mit Umwälzpumpen das Wasser zirkulieren zu lassen und einen künstlichen Regen zu erzeugen. Ob damit eine ausreichende Belüftung zu erreichen ist und wie lange der Feuerwehr-Einsatz dauern wird, muss sich zeigen.
Geringe Wassertiefe
Laut Rudolf Müller wird der Sauerstoff in dem See bei Wärme schnell knapp, weil dort ein hoher Fischbestand vorherrscht und die Gewässertiefe gering ist. Er will sich mit den Anglern darüber abstimmen, ob ein Abfischen zur langfristigen Entschärfung des Problems beitragen könnte.
