Berne - Ein Johanniter des Ortsverbandes Stedingen (Kreis Wesermarsch) unterstützt seit dem Wochenende die Rettungsaktion für den verunglückten Höhlenforscher Johann Westhauser in der Riesending-Höhle bei Berchtesgaden. Der 40-jährige Rettungsassistent und Höhenretter wurde am Sonnabend offiziell von der Bayerischen Bergwacht angefordert, die die Rettungsarbeiten vor Ort koordiniert, berichtet Johanniter-Sprecher Stefan Greiber.

Aus Datenschutzgründen darf der Name des Helfers nicht genannt werden. „Die Einsatzleitung der Bayerischen Rettungswacht hat den Einsatz als Katastrophenfall eingestuft, und in so einem Fall dürfen die Namen der Retter nicht genannt werden“, erklärt Greiber.

Soviel darf dann aber doch verraten werden: Der Berner unterstützt die Einsatzleitung fachlich und dolmetscht zwischen dem italienischen und dem schweizerischen Rettungsteam sowie der deutschen Einsatzleitung.

„Die Einsatzleitung hat einen Menschen mit ganz speziellen Kenntnissen gesucht und schließlich bei uns im Ortsverband gefunden“, erzählt Marcel Colter. Der Notfallsanitäter und stellvertretende Regionalbereitschaftsführer der Johanniter-Unfall-Hilfe in Weser-Ems stellt die Einsatzführung des Kollegen sicher. Vor Ort ist der 40-Jährige der örtlichen Einsatzleitung der Bergwacht unterstellt.

Gesucht wurde ein Rettungsassistent und Höhenretter mit deutschen und italienischen Sprachkenntnissen. Der Berner Johanniter ist in Deutschland geboren, hat aber italienische Eltern und spricht beide Sprachen fließend. Auch kennt er die Fachbegriffe aus den Bereichen Notfallmedizin und Seiltechniken in beiden Sprachen. Im Ortsverband Stedingen ist er in der Luftrettung der medizinischen Offshore-Leitstelle VENTUSmedic tätig und fliegt als rettungsdienstliches Personal auf dem Offshore-Rettungshubschrauber.

„Der Mann ist hervorragend qualifiziert, und wir freuen uns, zur Rettung des Höhlenforschers beitragen zu können“, sagt auch Alexander Jüptner, Dienststellenleiter des Ortsverbandes Stedingen und damit direkter Vorgesetzter. Deshalb haben die Stedinger Johanniter sich sofort bereit erklärt, den Kollegen für die Dauer des Rettungseinsatzes freizustellen.

Der erfahrene Höhlenforscher Johann Westhauser war am Pfingstsonntag in rund 1000 Meter Tiefe durch einen Steinschlag schwer am Kopf verletzt worden. Da er eigentlich nur waagerecht transportiert werden kann, die Schachthöhle aber einen Aufstieg nur senkrecht zulässt, stehen die Retter vor einer ganz besonderen Herausforderung. Westhauser wird jetzt in mehreren Abschnitten mit längeren Pausen zur Erholung und Stabilisierung wieder an die Oberfläche befördert.