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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Staatsanwalt plädiert nach Brand im Kaufhaus Harms auf Freispruch

31.03.2017

Bremen Im Prozess um den Brand eines Bremer Kaufhauses ist die Staatsanwaltschaft vom Vorwurf der vorsätzlichen Brandstiftung abgerückt und hat auf Freispruch plädiert. In der langen Beweisaufnahme habe in dem Indizienprozess eine Beteiligung der Angeklagten nicht sicher festgestellt werden können, sagte Staatsanwalt Jan Möhle am Donnerstag vor dem Bremer Landgericht. Er sei aber „weit davon entfernt, von der Unschuld überzeugt zu sein“. Erwartungsgemäß forderten auch die Verteidiger des 64 Jahre alten Inhabers des Bekleidungsgeschäftes und seines mitangeklagten 54 Jahre alten Bekannten Freispruch. Das Urteil soll am diesem Freitag gesprochen werden.

Das Traditionskaufhaus Harms am Wall war im Mai 2015 abgebrannt. Das Haus sowie die beiden angrenzenden Häuser sind Totalschäden und sollen abgerissen werden. Angeklagt waren die beiden Männer, den Brand gelegt und einen Raubüberfall vorgetäuscht zu haben. Beide hatten im Prozess jegliche Tatbeteiligung zurückgewiesen.

Der Verteidiger des 64-Jährigen, Erich Joester, kritisierte in seinem Plädoyer die Ermittlungsarbeit der Polizei. Die Ermittler hätten sich auf seinen Mandanten festgelegt. „Man hatte ja den Täter, da musste man nicht mehr ermitteln“, sagte Joester. Es habe keine Beweise und Motive für eine Brandstiftung gegeben. Es sei auch nie der Frage nachgegangen worden, „wer könnte ein Interesse am Abfackeln des ganzen Hauses haben“. Nach seiner Ansicht sei das der Hausbesitzer. Der Verteidiger des 54-Jährigen erklärte, allein die Bekanntschaft seines Mandanten zum Inhaber sei kein Indiz für eine Brandstiftung. Eine Beteiligung lasse sich nicht feststellen. Er forderte einen Freispruch erster Klasse und „nicht aus Mangel an Beweisen“.

Der Inhaber sagte, es sollte künftig vermieden werden, dass eine Familie so etwas grob fahrlässig und willkürlich erleben müsse. „Meine Familie ist zwei Jahre durch die Hölle gegangen. Nicht weil ich überfallen worden bin, es waren die Ermittlungsmethoden der Polizei mit Hausdurchsuchungen und Festnahmen.“ Der Mann saß drei Monate in Untersuchungshaft. „Ich habe das erste Mal Weihnachten ohne Familie verbracht.“ Der 54-Jährige erklärte: „Ich bin unschuldig“. Aber daran hätten nur sein Sohn und seine Frau geglaubt.

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