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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Staatsanwaltschaft will Högels Ex-Kollegen weiter anklagen

10.03.2017

Delmenhorst /Oldenburg Im Fall Högel will die Staatsanwaltschaft Oldenburg alle sechs beschuldigten Ex-Kollegen des Klinikmörders vor Gericht sehen: Die Ermittlungsbehörde hat „sofortige Beschwerde“ gegen den Beschluss des Landgerichts Oldenburg, nur gegen die beiden damaligen Oberärzte und den Stationsleiter der Intensivstation im Klinikum Delmenhorst das Hauptverfahren zu eröffnen. Bei drei Pflegekräften, gegen die die Staatsanwaltschaft Anfang März außerdem Anklage erhoben hatte, sah das Gericht den Tatvorwurf „Totschlag durch Unterlassung“ nicht erhärtet.

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Das bewertet die Staatsanwaltschaft anders, wie Sprecher Martin Rüppell auf Nachfrage der NWZ erklärte. Nach Meinung der Ankläger hätten nicht nur die 59 und 67 Jahre alten Ärzte und der 59-jährige Stationsleiter die Mordserie stoppen können, sondern auch die 56 und 60 Jahre alten Stellvertreterinnen der Leitung und ein 47-jähriger Pfleger. Die Mitarbeiter hätten trotz „Kenntnis von konkreten Vorfällen“ nicht die Polizei eingeschaltet. Sogar an seinem letzten Arbeitstag soll Högel noch gemordet haben. Über die Beschwerde der Staatsanwaltschaft muss nun das Oberlandesgericht Oldenburg entscheiden.

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Der Ex-Pfleger Niels Högel steht in Verdacht, im Klinikum Delmenhorst und im Klinikum Oldenburg Dutzende von Patienten verletzt und getötet zu haben. In sechs Fällen wurde er bereits verurteilt; er verbüßt eine lebenslange Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg. In den weiteren Fällen ermittelt derzeit noch die Sonderkommission „Kardio“, die Ergebnisse sollen in Kürze vorliegen. Ende 2017, Anfang 2018 soll dann ein weiterer Prozess gegen Högel beginnen.

Einen Auftritt vor Gericht könnte es für Högel aber schon vorher geben: Er könnte im Prozess gegen die Ex-Kollegen als Zeuge geladen werden.

Zwei der drei Mitarbeiter, gegen die das Hauptverfahren eröffnet wurde, sind derzeit noch im Josef-Hospital Delmenhorst beschäftigt, vormals Klinikum Delmenhorst. Die Klinik teilte am Donnerstag mit, dass die Kollegen „ab sofort und bis zur Urteilsverkündung“ vom Dienst freigestellt würden. Seit der Anklageerhebung waren sie bereits zu „patientenfernen Tätigkeiten“ eingeteilt.

Thomas Breidenbach, Geschäftsführer des Hospitals, erklärte, die Klinik wünsche sich eine „lückenlose Aufklärung der zwischen 2003 und 2005 stattgefundenen grausamen Taten im ehemaligen Klinikum Delmenhorst“. Er betonte, dass es sich bei der Freistellung der Mitarbeiter „um keine Vorverurteilung handelt und bis zur Klärung der Schuldfrage nach wie vor die Unschuldsvermutung gilt“.

Karsten Krogmann
Redakteur
Reportage-Redaktion
Tel:
0441 9988 2020

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