Im Nordwesten - Ein Gewitter mit Starkregen und heftigen Böen hat in Bremen und dem Umland etliche Bäume umgestürzt und den Zugverkehr unterbrochen. In der Hansestadt und in Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) blockierten auf den Strecken nach Osnabrück und Oldenburg Bäume die Gleise, wie die Bahn am Mittwoch mitteilte. Die Strecken seien am späten Nachmittag freigegeben worden, gab die Nordwestbahn bekannt. Das Unternehmen warnte aber noch vor Verspätungen. Streckensperrungen gab es auch zwischen Hude und Delmenhorst sowie zwischen Berne und Bremen.
Betroffen sind laut Mitteilung der Nordwest-Bahn folgende Verbindungen:
RS 3 (Bad Zwischenahn - Bremen Hbf): Streckensperrung zwischen Hude und Delmenhorst.
RS 4 (Nordenham - Bremen Hbf): Streckensperrung zwischen Berne und Bremen Hbf.
Für die gesperrten Streckenabschnitt zwischen Berne und Delmenhorst ist ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Zwischen Delmenhorst und Bremen Hbf können die Fahrgäste der Linie RS 4 auf die Züge der RS 3 ausweichen.
Die Streckensperrung zwischen Hude und Delmenhorst (RS 3 und RS 4) wird voraussichtlich noch bis Donnerstagvormittag andauern.
Einige Einschränkungen vom späten Nachmittag wurden bereits wieder behoben:
KBS 392 (Wilhelmshaven - Oldenburg - Osnabrück): Die Strecke zwischen Sandkrug und Oldenburg war zwischen 16: 45 Uhr und 18:30 Uhr gesperrt.
RS 2 (Bremerhaven-Lehe - Bremen Hbf - Twistringen): Die Strecke war etwa seit 16:30 Uhr zwischen Bremen Hbf und Bremen-Hemelingen gesperrt. Um 18:20 wurde die Strecke wieder freigegeben. Am Abend müssen Reisende noch mit Verspätungen rechnen.
Aus Sicherheitsgründen verkehren die Züge der NordWestBahn im gesamten Norden Deutschlands mit verringerter Geschwindigkeit. Bitte rechnen Sie daher mit weiteren Verzögerungen im Betrieb.
Wassermassen in Oldenburg
In Oldenburg hat das schwere Gewitter die Alexanderstraße überflutet. Mehrere Fahrzeuge blieben in den Wassermassen mit technischen Defekten liegen. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Die Feuerwehr Bremen sprach von rund 120 Einsätzen vor allem wegen vollgelaufener Keller und rief zwischenzeitlich den Ausnahmezustand aus. Verletzte habe es nicht gegeben. Rund 300 Helfer und 80 Fahrzeuge waren im Einsatz.
„Wir hatten 20 Unwettereinsätze“, sagte eine Sprecherin der Bremer Polizei. Im Stadtteil Osterholz stürzte ein Baum auf ein Haus, im Stadtteil Horn krachte ein großer Baum auf ein geparktes Auto. Verletzt wurde niemand. Teilweise wurden Gullydeckel von den Wassermassen hochgedrückt.
Auch im Heidekreis südöstlich von Bremen gab es nach Polizeiangaben zahlreiche Einsätze wegen umgestürzter Bäume, im Raum Soltau schlugen mehrfach Blitze ein. Auch hier wurde niemand verletzt.
Angesichts des regnerischen Wetters bangen Niedersachsens Landwirte um ihre Getreideernte. „Die nächsten 14 Tage werden entscheidend sein“, sagte Ulrich Lehrke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Während die Ernte der Gerste bereits im Gange sei, könne mit dem Einholen des Weizens voraussichtlich erst in zwei Wochen begonnen werden. Der Starkregen könne zu Ernteverlusten führen, weil die Ähren abgeknickt werden könnten und die Mähdrescher so ausgebremst würden. Zudem steige die Gefahr von Pilzinfektionen.
Land unter in Delmenhorst
Die Polizeiinspektion Delmenhorst meldet Überschwemmungen in der Neuen Straße, dem Schollendamm, der Dwoberger Straße und insbesondere in der Unterführung der Landwehrstraße in Delmenhorst. Die Wassermassen hatten teilweise Gullydeckel hochgedrückt, wie die Polizei mitteilt.
Gegen 16.25 Uhr geriet eine Fahrzeugführerin mit ihrem Pkw in einen offenen Gullyschacht. Beim Pkw wurden beide Airbags ausgelöst. Verletzte gab es nicht. Witterungsbedingt fiel die Lichtsignalanlage der Lahusenstraße / Nordwollestraße aus.
