STENUM - Erwin Lüschen hatte ein schweres Unwetter vermutet, als er am Dienstag kurz vor 4 Uhr von lautem Prasseln aus dem Schlaf gerissen wurde. „Ich dachte, es hagelt“, berichtete Lüschen. Kurz darauf wurden er und seine Frau vom Anruf ihres Sohnes alarmiert, der ganz in der Nähe wohnt. „Er hat gesagt, dass es bei uns brennt.“
Die gut 40 Jahre alte Scheune, die dicht neben dem Wohngebäude am Dorfring steht, hatte Feuer gefangen. „Die Flammen waren schon von weitem sichtbar“, erklärte der Bookholzberger Ortsbrandmeister Carsten Drieling.
Feuer weithin sichtbar
Neben den Wehren Bookholzberg und Bergedorf wurden auch in Ganderkesee, Havekost-Hengsterholz, Falkenburg und Schierbrok-Schönemoor die Löschkräfte in Marsch gesetzt. Zeitweise waren an die 140 Wehrleute vor Ort.
Schon bei der Anfahrt zeichnete sich ab, dass es kein leichter Job werden würde. Die hohe Rauchsäule war über mehrere Kilometer hinweg zu sehen. Als die ersten Wehrleute vor Ort eintrafen, waren Teile des Scheunendachs bereits eingestürzt. Die verstärkte Zufuhr von Sauerstoff ließ die Flammen ein zweites Mal kräftig auflodern.
Reetdächer in Gefahr
Aus Sicht der Einsatzleitung bestand die Gefahr, dass die Flammen nicht nur auf das angrenzende, nur wenige Meter entfernt stehende Wohngebäude übergreifen, sondern durch Funkenflug auch zwei mit Reet gedeckte Häuser in der Nachbarschaft gefährden könnten. Aus diesem Grund wurden die Dächer vorsorglich abgespritzt.
In der Scheune selbst war nichts mehr zu retten. „Zum Glück ist in dem Gebäude ein Ringanker eingelassen“, erinnerte sich Erwin Lüschen an den Bau im Jahr 1966. Anderenfalls, so seine Befürchtung, hätten die Mauern der enormen Hitzeentwicklung nicht standhalten können. „Wenn die Wand umgekippt wäre, wäre mein Haus nicht mehr zu retten gewesen“, dachte Lüschen mit nachdenklichem Gesicht laut nach, während er am Vormittag den Fortgang der Löscharbeiten beobachtete.
Um an die Glutnester heranzukommen, wurden die Strohballen per Radlader auf eine Wiese auf der anderen Straßenseite transportiert. Dort konnte das Material ausgebreitet und gezielt abgelöscht werden.
Löschteich fast leer
Der Löschteich in der Nähe des Dorfrings wurde während des Einsatzes nahezu komplett geleert. Um die Wasserversorgung zu sichern, mussten zusätzlich mehrere Hydranten angezapft werden.
Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas hatte bereits am frühen Morgen den Brandort besichtigt. Sie ließ sich von Gemeindebrandmeister Horst-Dieter Meyer über den Einsatz informieren.
Als mögliche Brandursache kommt Selbstentzündung in Betracht. Erwin Lüschen, der die Scheune verpachtet hat, hatte nach eigenen Angaben vor gut einer Woche verdächtigen Geruch bemerkt und die Feuerwehr verständigt. „Die waren hier und haben die Temperatur im Heu gemessen“, berichtete der Landwirt. „Es waren aber nur gut 40 Grad.“
Polizei ermittelt
Die Polizei wollte am Dienstag noch keine Auskunft über die Brandursache geben. Weil sich die Löscharbeiten bis in den Nachmittag hinzogen, sei eine Untersuchung vor Ort noch nicht möglich gewesen. Auch über die Höhe des Sachschadens wurden noch keine Angaben gemacht.
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