STENUM - „Eine Hand wäscht die andere“, lautet eine alte Spruchweisheit. Doch gelegentlich reicht das Händewaschen gar nicht aus: Gerade im Umgang mit kranken Menschen, deren Immunsystem vorübergehend geschwächt ist, muss auf einen möglichst weitgehenden Schutz vor Keimen geachtet werden.
Die Weltgesundheitsorganisation hat eine weltweite Kampagne gestartet, um die Sicherheit der Krankenhaus-Patienten durch intensivere Handhygiene zu verbessern.
Etwa jedes fünfte deutsche Krankenhaus beteiligte sich am Mittwoch am bundesweiten Aktionstag „Saubere Hände“, darunter auch die Fachklinik für Orthopädie in Stenum. „Das Interesse ist sehr groß. Etliche Menschen sind eigens hier vorbeigekommen. um sich über das Thema zu informieren“, berichtete Rolf Drieling. Der Pfleger arbeitet zugleich als Hygienefachkraft im Klinikum.
Händewaschen allein reiche nicht, um möglich Infektionsquellen verlässlich zu beseitigen. „Das geht nur mit gründlicher Desinfektion.“ In jedem Patientenzimmer sind entsprechende Spender installiert, sie müssen nur genutzt werden. Um dafür noch einmal bei den Mitarbeitern das Bewusstsein zu schärfen, war der Aktionstag durchaus gut geeignet. Denn jedes Jahr werden in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen krank im Krankenhaus, weil sie sich dort eine Infektion zuziehen. Das erhöht die Verweildauer um etwa vier Tage – mit entsprechend höheren Kosten.
In Kombination mit dem Einsatz von Antibiotika können Bakterienkulturen auch resistent werden. Dies sei ein weiterer Grund, sich der Krankheitserreger möglichst vollständig zu entledigen, unterstrich Drieling. Zu übertriebener Vorsorge gebe es allerdings keinen Anlass: Zuhause reicht in aller Regel das normale Händewaschen aus, sagte der Experte auf Nachfrage. Doch wenn daheim Kinder, Senioren oder Kranke gepflegt werden, die nicht über das robusteste Immunsystem verfügen, gibt der Hygiene-Fachmann den Rat, lieber einmal zu viel die Hände zu desinfizieren als zu wenig.
