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NWZonline.de Nachrichten Panorama Blaulicht

Polizeieinsatz Im Kreis Cuxhaven: Streit um Tiere – Landwirt schießt auf Tierarzt

02.02.2017

Osterbruch Im Streit um die Haltung seiner Tiere hat ein Landwirt aus dem Kreis Cuxhaven auf den Leiter des örtlichen Veterinäramtes geschossen und den Mann schwer verletzt. Wie die Polizei mitteilte, sollten die Rinder, Schafe und Pferde des Bauern abgeholt werden, da sie nicht ordnungsgemäß gehalten wurden.

Da die Behörde schon mit Widerstand des Mannes gerechnet hatte, kamen die Mitarbeiter am Mittwochmorgen in Begleitung der Polizei zu dem Hof in Osterbruch. Die Beamten wurden Zeugen der Tat. „Plötzlich und unvermittelt setzte der Landwirt mit einer Schusswaffe einen Schuss auf den Mitarbeiter des Veterinäramtes ab. Der Veterinär wurde getroffen und erlitt schwere Verletzungen im Bauchbereich“, teilte Polizeisprecher Helge Cassens mit. Über den Vorfall hatten zuerst die „Cuxhavener Nachrichten“ berichtet.

Der Landrat des Landkreises Cuxhaven, Kai-Uwe Bielefeld, zeigte sich bestürzt. „Ich bin entsetzt darüber und fassungslos, was dort passiert ist“, sagte er. Rangeleien und Pöbeleien gebe es bei solchen Maßnahmen immer wieder, schwere Gewalttaten nicht. „Mit einem solchen Gewaltexzess war überhaupt nicht zu rechnen.“

Bei dem Einsatz sei der Landwirt kurz ins Haus gegangen. „Als er das nächste Mal rauskam, hat er geschossen.“ Nach der Tat gab ein Polizeibeamter einen Warnschuss ab. „Der 55-Jährige ließ sich daraufhin widerstandslos von der Polizei festnehmen“, sagte Polizeisprecher Cassens.

Nach Angaben des Landrats ist der schwer verletzte Leiter des Veterinäramtes ein äußerst erfahrener Tierarzt und sehr erprobt in Konfliktsituationen. „So etwas hat es noch nie gegeben“, sagte Bielefeld. Er hoffe sehr, dass der Verletzte, der kurz vor der Pensionierung stand, wieder vollständig gesund werde. Fehler habe es aus seiner Sicht von Seiten der Behörde nicht gegeben. „Da hat niemand etwas falsch gemacht. Auch die Polizei ging nicht davon aus, dass so eine Eskalation entstehen kann.“

Die Polizei sperrte den Hof in Osterbruch-Norderende ab.    Bild: Carmen Jaspersen/dpa

Die Waffe des Landwirts war offenbar ein Erbstück. Das Ordnungsamt wusste, dass der Mann Waffen besaß und hatte diese auch kontrolliert, wie Landrat Bielefeld sagte. „Die Munition hatte er sich offenbar illegal beschafft.“

Der Landwirt war wegen seiner Tierhaltung schon länger im Blick der Behörde. Es habe zahlreiche Gespräche und Verhandlungen gegeben, sagte der Landrat. Nun sollte ein Gerichtsbeschluss vollstreckt werden und die Tiere an Viehhändler übergeben werden. Gegen den Mann wird nun wegen versuchter Tötung ermittelt.

Im Jahr 2015 hatte ein Fall aus dem brandenburgischen Nauen für Schlagzeilen gesorgt. Damals erschoss ein Landwirt einen Veterinär, der mit Kolleginnen gekommen war, um die Tiere des Mannes zu beschlagnahmen. Das Landgericht Potsdam verurteilte den 72-Jährigen im September 2015 zu sieben Jahren Haft.

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