TANGE - Ludger Elsen, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes bei der Polizei Westerstede, und Dienststellenleiter Jens Kozik haben keine Probleme damit, wenn junge Menschen am Wochenende mal über die Strenge schlagen. Womit sie und ihre Kollegen aber eines haben, ist es, wenn sich die Feiernden nach Tanzen und Trinken noch hinters Steuer setzen – eine lebensgefährliche Konstellation, die jährlich viele tödliche Unfälle verursacht.

Weiterhin Kontrollen

Um junge Erwachsenen für die Alkohol-Thematik zu sensibilisieren, haben sich Polizei, Verkehrswacht und Disco-Betreiber Boris Mennenga aus Tange zu einer in dieser Form noch nie dagewesenen Präventionskampagne entschlossen: Gemeinsam wollen sie die Fahranfänger dort ansprechen, wo sie auch sicher sein können, sie anzutreffen: in der Disco. Vier leuchtend große Banner schmücken seit Kurzem die Party-Räumlichkeiten. Die Botschaft ist kurz, aber unmissverständlich: „Wenn Auto – Kein Alkohol“ steht dort geschrieben. „Parallel dazu werden wir Flyer auf dem Gelände verteilen“, erläutert Elsen das Sicherheitskonzept. Im Sinne von „Doppelt hält besser“ sollen sich die Feiernden darüber bewusst werden, dass Promille und Straßenverkehr nicht wirklich zusammenpassen. Vertrauen zu haben und an die Vernunft zu appellieren, ist die eine Sache. Die andere sind die von der Polizei durchgeführten Alkoholkontrollen auf den An- und Abfahrtswegen zur Disco. Sie wird es auch in Zukunft geben, kündigte Ludger Elsen an. Eine Tendenz sei indes nicht zu beobachten: „Das ist mal so, mal so. Wir haben Wochenende mit nicht einer Trunkenheitsfahrt und dann wieder etliche.“

Kein „Spaßkiller“

Über eines sind sich Polizei und Verkehrswacht im Klaren: Für einen Erfolg des Präventionsprogramms können sie nicht garantieren. „Alle werden wir kaum damit erreichen“, räumt Verkehrssicherheitsberater Hermann Nee ein. Auch schließe sich die Frage an, wie man überhaupt den Begriff „Erfolg“ definiere. „Eine Statistik, die darüber Auskunft gibt, wie viele Unfälle vermieden werden konnten, existiert nicht“, so Nee. Bei ihrer Aufklärungsarbeit können die Polizisten auf die Unterstützung von Boris Mennenga bauen: Der Disco-Betreiber geht nicht davon aus, dass die überdimensional großen Banner von seiner Kundschaft als „Spaßkiller“ bewertet werden: „Im Gegenteil. Nichts ist geschäftsschädigender als ein Unfall vor der eigenen Haustür“, meint er.