Ganderkesee/Gorleben - „Die Deiche sind völlig durchgeweicht. Jeder Schritt muss wohlüberlegt sein“, weiß Cord Wachtendorf. Der Wildeshauser führt den DLRG-Wasserrettungszug Oldenburg-Land/Diepholz an der Elbe im Bereich zwischen Hitzacker und Gorleben. Zu der Gruppe in der vom Hochwasser gezeichneten Region gehören auch zwei Tauchtrupps der DLRG-Ortsgruppe Ganderkesee.

„Unsere sechs Kameraden sind 24 Stunden im Einsatz“, weiß Gerrit Steg von der DLRG Ganderkesee zu berichten. Start war am Montagabend um 17 Uhr. „Die Taucher mussten wasserseitig den Deich mit einer Folie abdecken“, erläutert Zugführer Wachtendorf. „Mit Leinen gesichert haben wir vor allem im ufernahen Bereich gearbeitet.“ Die starke Strömung der Elbe sei gleichwohl zu spüren gewesen. In der Nacht sei es gelungen, den Deich mit Folie und Sandsäcken abzudichten.

Der Einsatz sei bei dem warmen Wetter eine echte Tortur, weiß Steg. Die Taucher gingen mit rotem Kopf ins Wasser. Steg: „Der Taucheranzug ist ein Trockentauch­anzug, wie ihn die GUV R2101 vorschreibt. Der Taucher bleibt komplett trocken im Anzug. Dies schützt ihn vor gesundheitsgefährdenden Stoffen im Wasser.“ Vor dem Gesicht hat der Taucher eine Vollgesichtsmaske. Kameraden der DLRG aus Wildeshausen und Wardenburg seien mit Booten unterwegs, um Treibgut zu sichern. Am Abend ruhten sich die Freiwilligen in ihrem Quartier, eine Turnhalle in Hitzacker, aus.

„Das Miteinander ist gut“, betont Wachtendorf. Die Anlieger seien sehr dankbar für den Einsatz. „Die bringen uns Kuchen oder Getränke. Manche stellen sogar Strom zur Verfügung.“

Weiterhin mit der Evakuierung der östlichen Stadtteile Magdeburgs sind die Malteser aus Sandkrug und Wildeshausen betraut. „Wir haben die sanitätsdienstliche Versorgung von Bundeswehr und Grenzschutz übernommen“, berichtet Marco Stockhoff, stellvertretender Leiter Notfallvorsorge der Malteser.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent