TORSHOLT - TORSHOLT - Beschreiben kann Ulli Pickhardt den Augenblick nicht, in dem er das dreijährige Mädchen aus dem Teich der Thalenweide in Westerstede gerettet hat. „Ich habe gar nicht nachgedacht in dem Moment.“ Seine Lebensgefährtin Monika Borchers glaubt: „Das steckt in einem drin. Man ist aufmerksamer, wenn man selbst Kinder hat.“

Mit seinen beiden Töchtern Talina, 10, und Pauline, 7, hatte das Paar einen Ausflug in den Rhododendron-Park Linswege unternommen. Auf dem Rückweg wollten der Vater und die Töchter in Westerstede noch ein Eis kaufen und es in Ruhe auf der Thalenweide essen.

Zwar war Monika Borchers gegen den Umweg über die Thalenweide: „Im Park waren wir doch schon“, sagte sie. Der 42-jährige Vater und die Kinder setzten sich jedoch durch. Während die Familie auf ein paar Steinen saß und das Eis genoss, schreckten die Eltern plötzlich auf: Zwei fremde dreijährige Mädchen gerieten beim Spielen allzu nah an den Teich heran. Ehe sie gewarnt werden konnten, war es schon zu spät: Das kleinere der beiden Kinder fiel ins Wasser und versank.

„Wir waren uns sofort sicher, dass das Mädchen nicht schwimmen konnte“, sagt Monika Borchers. Darum seien Ulli Pickhardt und sie sofort losgerannt. „Ich habe mein Eis weggeworfen und bin in den Teich gestiegen“, erzählt der Vater. Bis zum Bauchnabel sei er eingesunken. Die rasche Reaktion schreibt der Krankenpfleger aus der urologischen Ambulanz der Ammerland-Klinik seinem Beruf zu: „Da muss ich auch jeden Tag auf Zack sein.“

Im Namen der Stadt Westerstede, auf deren Grund und Boden die Thalenweide liegt, haben Bürgermeister Klaus Groß und der stellvertretende Stadtdirektor Helmut Dierks dem Lebensretter mit Blumen und einem „Westersteder Wunschschein“ gedankt. „Das ist nur eine kleine Anerkennung dafür, dass er so rasch die Lage erfasst und couragiert gehandelt hat“, sagte Dierks.